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Gerlache
die Geschäfte eines Viceoberbergmeisters bei dem magdeburg-halberstadtischen Ober-bergamte zu Rothenburg übertragen, wodurch ihm die Aufsicht des damals fürkönigliche Rechnung betriebenen Kupferschieferbergbaues im preußischen Anthelmder Grafschaft Mansfeld unter der Oberleitung des Geheimen Obersinanzrathesund Berghauptmanns von Veltheim zufiel. Er wurde 1793 zum Bergrath undOberbergmeister des Magdeburg - Halberstadtischen Bergwerksbezirks ernannt, bc-reiste 1799 Schlesien und erhielt 1801 den Auftrag, die Berg- und Hütten-werke in Sayn-Altenkirchen und in Westfalen mit dem nachmaligen russischenOberbergmeister Eversmann zu untersuchen. Zur Belohnung für die Ausführungdieses Geschäfts ward er 1802 zum Oberbergrath ernannt. Das Direktoriumdes niedersächsischen Oberbergamts ward ihm 180L übertragen. Zu gleicherenmußte er die Berg - und Hüttenwerke Hanovers untersuchen, nachdem dieses Landdamals von Preußen in Besitz war genommen worden. Hier fand ihn die un-glückliche Umwälzung aller Verhältnisse des preußischen Staats. Er kehrte aufseinen Posten nach Rothenburg zurück, welchen er auch bei der Errichtung desKönigreichs Westfalen behielt. Die westfälische Negierung ernannte ihn zumBerghauptmann. Nach Karsten's Tode, 18 l 0, berief ihn der damalige MinisterGraf Dohna zum Vorstande des gesammten Bergwerks-, Hütten- und Salinen-wesens nach Berlin, mit dem Titel eines Berghauptmanns und dem Range einesGeheimen Staatsraths. Seit dieser Zeit hat er diesem wichtigen Verwaltungs-zweige mit ebenso viel Kraft als Umsicht vorgestanden. Er wurde 1815 zumOberberghauptmann ernannt, und zur Belohnung seiner Verdienste um den Staatward ihm außer dem eisernen Kreuze der rothe Adlerorden ertheilt. G. ist einausgezeichneter Geschäftsmann, der unter dem Beistande einer aufgeklärten Re-gierung, trefflicher Räthe in den Bergwerkscollegien und gebildeter praktischerBeamten das preußische Berg - und Hüttenwesen, der größten Schwierigkeitenungeachtet, auf eine Stufe gebracht hat, auf welcher es in wenigen Staaten, javielleicht in keinem andern steht. Die königlichen Werke sind Musterwerke für diePrivatwerke; ohne alle Absicht auf Gewinn werden sie stets nach den besten uOneuesten wissenschaftlichen Grundsätzen betrieben, die großartigsten Anlagen wer-den ausgeführt, und manche Werke bleiben auch nur deswegen im Betriebe, umden Gegenden, in welchen sie liegen, nicht nothwendige Producte zu entziehenund um eine Menge Menschen zu erhalten. Den gewerkschaftlichen oder Privat-Berg- und Hüttenwerken, mögen sie nun unter Aufsicht des Staats stehen odernicht, werden alle mögliche Unterstützungen zu Theil, und nie stehen sie gegen dieauf königliche Kosten betriebenen We^ke zurück. Ohne selbst Schriftsteller zu sein,was überhäufte Dienstgeschäfte ihm nie erlaubten, hat er doch den regsten Sinnfür die Wissenschaften und befördert sie, wo er es vermag, überzeugt, daß nurder wissenschaftlich gebildete Berg- und Hüttenmann Werth hat, der bloße Em-piriker aber gewöhnlich mehr Schaden als Nutzen stiftet. (49)
Gerlache (von), unstreitig der wichtigste und wirksamste Mann der bel-gischen Revolution, welcher mit femer Berechnung, beharrlicher Consequenz undschlauer Benutzung aller Umstände wirkend und mit geistigen Kräften ausgerüstet,die neuesten Ereignisse eingeleitet und benutzt hat, wurde um 1775 zu Luxemburggeboren. Er war wahrend der französischen Herrschaft Advokat, und seine juristi-schen Kenntnisse wurden sehr gerühmt. Bei der Bildung des Königreichs der Nie-derlande erhielt er die Stelle eines Generaladvokaten beim Gerichtshof in Lüttich.Der König ernannte ihn einige Zeit später zum Rath bei derselben Behörde. G- 6Ehrgeiz aber fand diesen Wirkungskreis allzu sehr beschrankt und faßte kühnereHoffnungen. Ein Blick auf die damalige Lage der Dinge und die Stimmung derGemüther in Belgien zeigte ihm, bei welcher Partei am meisten für ihn zu gewin-nen sein dürfte. Er schlug sich unbedenklich zur sogenannten katholischen Partei