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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
157
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Gvrard 557

Joseph. Er führte ein so strenges Leben, daß der Orden ihn zu seinen ausgezeich-netsten Gliedern zählte und ihm in den Angelegenheiten desselben eine wichtigeSendung nach Palastina aufgetragen wurde. Während seines Anfenthalts inLondon gab er 1810 ein Sendschreiben an Lord Moira über die Spanier undüber Cadiz heraus und 1814 zu Parislettre ü Lopkie". Beide zeigen das7^ Garage eines kräftigen Charakters, und bei aller Überspannung, die sich darinverräth, weiß G. die Schilderungen des menschlichen Elends, die er zu geben^ hatte, ergreifend darzustellen.

Gerard (Etienne Maurice, Graf), Marschall und Pair von Frankreich, zuDamvilliers am 4. Febr. 1778 geboren, begann seinen Kriegsdienst unter den Be-fehlen von Dumouriez, kämpfte bei Fleurus und wurde zu Anfang des Jahres V Ad-^>7 jutant Bernadotte's, der ihn in den Feldzügen am Rhein und in Italien in diesem Po-uche sten ließ und ihn nach Wien mitnahm, als er die Gesandtschaftstelle erhielt. Die»Iii»,,! dreifarbige Fahne an der Pforte des Botschafters ward in einem Aufstande vomPö-'W bel der östreichischen Hauptstadt beschimpft; Bernadette selbst umzingelt, gerieth inLebensgefahr, schrieb an den Kaiser, um Genugthuung zu verlangen, und nun galtes, den Brief zu besorgen. Der Adjutant übernimmt den Brief, reitet unverzagtdurch die tobende Menge, imponirt durch seine Haltung, erfüllt den Auftrag undrettet seinen General. Zum Obersten ernannt, wurde G. Commandeur der Eh-ch, renlegion auf dem Schlachtfelde bei Austerlitz, wo er, an der Spitze der Schwadro-st,M ven mit Ungestüm in den Feind eindringend, schwer verwundet wurde. BaldnckrK darauf Bcigadegeneral, machte er den preußischen Feldzug mit, und diente alsWM Chef des Generalstabs bei dem Prinzen von Ponte-Corvo während des FeldzugssitnM von 1809. Er drängte 1810 bei Fuentes Onoro die Schotten zurück. ZweilzchÄ Jahre später war er in Rußland bei der großen Armee, wirkte kräftig zur Einnahmenchch von Smolensk mit, befehligte dann die Heeresabtheilung des gefallenen GeneralsVM Gudin und führte sie an der Moskwa zum Siege. Bei dem Ubergange über dieMM Beresina bekam General G. zunächst unter den Befehlen des Marschalls Ney dasCommando eines Corps, welches die zerstreuten Reste des Heeres decken sollte. Errettete Tausenden das Leben. Als Eugen das Commando des heimgekehrten Königsvon Neapel übernahm, vertraute er dem General G. die Arrieregarde, die aus12,000 Neapolitanern bestand; mit diesen geringfügigen Streitkräften wußte G.die andringenden Feinde aufzuhalten. Er war in Frankfurt a. d. O., während dasfranzösische Heer schon Berlin erreicht hatte. Dem russischen Heere trotzend, zogG. allmälig bis an die Elbe, übernahm hier das Commando der Vorposten, be-fehligte in dem Feldzuge von 1813 eine Abtheilung des elften Corps, darauf dasganze Corps und entriß bei Bautzen dem schon triumphirendcn Heere seiner Geg-ner den Sieg. Wenige Tage nachher in einem Vorpostengefechte verwundet, mußteer die Armee verlassen, übernahm nach feinerGencsung wieder das Divisionscomman-do und siegte bei Goldberg, hier wie bei Bautzen den Befehlen des Marschalls Macdo-nald zuwiderhandelnd. G.ward an der Katzbach verwundet, wollte jedoch dasSchlacht-feld nicht verlassen; noch schwerer wurde er am zweiten Tage der leipziger Schlachtverwundet, war aber schnell genug hergestellt, um noch an den letzten nicht ruhm-losen Kämpfen in der Champagne Theil nehmen zu können. Au Ende des Jahres1813 wurde er Commandant des Neservecorps von Paris, welches, aus jungenRekruten bestehend, in den ersten Tagen von 1814 gegen die Verbündeten focht.In der Schlacht bei la Rochiere befehligte er den rechten Flügel; trotz den hartnäcki-gen Angrissen des überlegenen Feindes hielt er alle Stellungen besetzt, bis er umMitternacht auf ausdrücklichen Befehl des Kaisers die Brücke vonDienville ver-lassen mußte. Bei Montereau war der Angriff der Franzosen überall zurückgeschla-gen worden, als G. von Napoleon Befehl erhielt, sich an die Spitze der Truppenzu stellen. Er ändert schnell die Plane, greift an, nimmt die Stellungen wieder