Z54 Georg (Großh.v.Meckl.-Strel.) Georg Heinr. (F. zu Waldeck)
Wärme daher nicht Folge eines sich abkühlenden glühenden Erdkerns sein wirdsondern das Resultat der organischen und chemischen Processi, deren Walten wirim Innern der Erde nicht verkennen können, um so mehr, da die innere Warmeder Organismen dieser Quelle entspringt, und selbst der rein chemische Proceß mitEntwickelung von Warme verbunden ist. (41)
Georg (Friedrich Karl Joseph), Großherzog von Mecklenburg - Strelitz,geboren am 12. Aug. 1779 zu Hanover, ist der dritte Sohn des Herzogs KarlFriedrich Ludwig, von seiner ersten Gemahlin Friederike, Tochter des LandgrafenGeorg von Hessen-Darmstadt. Nach dem Tode seiner zweiten Gemahlin verließder Herzog Hanover und begab sich nach Darmstadt, wo der Prinz mit seinemjungem Bruder Karl und seinen Schwestern die liebevolle Pflege der edlen undhochgebildeten Großmutter genoß, bis sein Vater nach dem Tode des unvermahltcnHerzogs Adolf Friedrich von Mecklenburg-Strelitz 1794 zur Regierung gelangte.Bald nachher bezog der Prinz die Universität zu Rostock, die er 1799 verließ, umin Berlin sich dem Studium der neuern Sprachen zu widmen und in der Nahe sei-ner Schwestern, der Königin Louise und der Prinzessin Friederike, jetzigen Herzoginvon Cumberland, zu leben. Er reiste 1802 nach Italien, wo er bis 1304 blieb.Als nach der Schlacht bei Jena der Krjpg das nördliche Deutschland berührte, reisteder Prinz nach Paris, um Unterhandlungen wegen derAnschließustg an den Rhein-bund anzuknüpfen. Er besuchte 1814 den Congreß zu Wien, mit dessen Zustim-mung auch Mecklenburg-Strelitz die großherzogliche Würde annahm, reiste 1815in Gesellschaft der Herzogin von Cumberland nach England, und nachdem erseinem 1816 gestorbenen Vater in der Regierung gefolgt war, vermählte er sich1817 mit der Prinzessin Marie, Tochter des Landgrafen Friedrich zu Hessen-Kassel.So fühlbar die Folgen der Kriegsjahre waren, so wurden doch verschiedene nütz-liche Einrichtungen für die Landeskultur getroffen. Gleichzeitig mit Mecklenburg-Schwerin tilgte die Regierung die lange geduldete Schmach der Leibeigenschaft,ohne daß jedoch hier so wenig als dort die bäuerlichen Verhältnisse, bei dem Über-gewicht des Interesses der ritterschaftlichen Gutsbesitzer, auf eine gerechte und demGemeinwohl förderliche Grundlage wären gebracht worden. Es ist zu erwarten,daßdie Verbesserung dieser Verhältnisse auch hier von den Domainen- und Cabinets-gütern ausgehen werde, deren das Land auf einem Flächenraum von 52 CjMcilen245 zählt, wogegen es nur 71 Ritter- und Allodialgüter gibt. Manches geschahfür die Verbesserung des Schulwesens, besonders der Landschulen, und der Groß-herzog wirkte für diesen wohlthätigen Zweck durch persönliche Unterstützungen, wieer auch für die Verschönerung der Stadt Neustrelitz und die Errichtung gemeinnützi-ger örtlicher Anstalten durch unmittelbare Beihülfe oder Begünstigung thätig war.
Georg Heinrich (Friedrich), Fürst zu Waldeck, geboren am 20. Sept.1789, ist der Sohn des 1813 gestorbenen Fürsten Georg, dessen Gemahlin diePrinzessin Albertine von Schwarzburg-Sondershausen war, das Haupt der regie-renden fürstlichen Linie, vermahlte sich 1823 mit der Prinzessin Emma von An-Halt-Bernburg-Schaumburg. Die Anstrengungen, welche das kleine, nicht wohl-habende Land nach der Auflösung des Rheinbundes machen mußte, veranlaßten denFürsten durch eine Verordnung vom 28. Jan. 1814 H die Verfassung neu zu gestal-ten, das früher in der Verwaltung getrennte Fürstenchum Pyrmont von kaum zweilüMeilen mit dem Hauptlande Waldeck von 20 HgMeilen zu vereinigen und zucTilgung der ansehnlichen Landesschuldcn eine neue Steuerverfassung anzuordnen,welche alle frühem Befreiungen aufhob und auch die Privatbesitzungen des fürst-lichen Hauses einer Grundsteuer unterwarf. Diese ohne Mitwirkung der bestehen-den Landstände gemachten Anordnungen kamen jedoch nicht zur Ausführung, da
*) S. „Europäische Constitutionen", Bd. Z der ersten (Leipzig 1317) und Bd. 1der zweiten Ausgabe (Leipzig 183^).