Geologie
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thonigen Flötzschichten so innig durch Übergänge verbunden werden, daß man sienur als pyrotypische Bildungen betrachten kann, die durch einen eigenthümlicheninnern (vulkanischen oder plutonischen) Proceß aus jenen sich herausgebildet haben.Die geschichteten und ungeschichteten Gesteine gruppirt man daher gegenwartig inzwei nebeneinander fortlaufende Reihen, und hat bei letztern zu berücksichtigen,aus welchen Flötzschichten sie sich entwickelt haben und in welcher Epoche sie hervor-traten. Für die geschichteten Felsmassen können wir für das nördliche Europa,von unten anfangend, folgendes System von Schichten aufstellen, die sich zuFormationen gruppircn, insofern sie im Allgemeinen gleichzeitig und unter ahnli-chen Verhältnissen abgesetzt wurden. 1) Das Thonschiefer- (oder Übergangs-)Gebirge mit der Grauwacke (deni cckck reck semck-wne der Englander) und demVergkalke; letzterer vorzüglich führt viel Reste von Meerthieren, oft machtige Ko-rallenbänke, und wurde daher offenbar unter einem tiefen Meere abgesetzt. 2) DieSteinkohlenformation, mit häufig darauf liegendem rothen Sandstein (Roth-todtliegendes), aus dem sich viele Porphyre entwickelt haben; mit den Stein-kohlen kommt ein unendlicher Reichthum von Pflanzen vor, die es außer Zweifelsetzen, daß diese Formation auf festem Lande gebildet wurde. 3) Zechstein, einnicht sehr mächtiges Kalkgebilde, mit Resten von Seethiercn. 4) Bunter Sand-stein, meist ohne Petrefacten. 5) Muschelkalk, ein mächtiges Kalkgebilde mitResten von Seethicren; fehlend in England. 6) Keuper, ein System von Mer-gel- und Sandsteinschichten, der alten Steinkohlenformation analog, oft sehrreich an Resten von Pflanzen, die lehren, daß dieses mächtige Gebilde sich auffestem Lande entwickelte. 7) Lias-und Jurakalk, ein ungeheurer Kalkzug, reichan Petrefacten, die nicht zweifeln lassen, daß er nur unter einem tiefen Meeregebildet sein kann. 8) Thon- und Mergelsandstein, mit Resten von Landorga-nismen, bekannt in England unter dem Namen der ^Veeckck formation, welchemdie schweizer Molasse entsprechen wird. 9) Kreide, theils kalkig, theils sandig(Gcünsand), angefüllt mir Resten von Meerorganismcn, daher unter dem Meeres-spiegel gebildet. Als Analogen dieser Formation erscheint im südlichen Europa dasmächtige System von sandigen und kalkigen Schichten (die Flyschformation), wel-ches die Kalkalpen, die Apenninen und überhaupt die Gebirge in den Umgebungendes mittelländischen Meeres bildet. 19) Das tertiaire und alluviale Gebilde, wieder Grobkalk, die Braunkohlen u. s. w,, welches sich theils unter einem flachenMeere, theils auf festem Lande entwickelte. — AU diese, zum Theil sehr machti-gen, bald unter dem Meere, bald auf festem Lande gebildeten Schichtensystemeerscheinen als ungeheure Platten, die theils über-, theils an einander liegen, undman kann wol nicht daran zweifeln, daß eine und dieselbe Gegend abwechselndbald unter, bald über dem Meeresspiegel sich befand. Um diese auffallende That-sache zu erklären, kann man annehmen, entweder, daß bei gleichgebliebenem Meeres-niveau das feste Land abwechselnd sich gehoben und gesenkt hat, oder aber, daß dasMeer nicht auf gleicher Stelle bleibt, sondern in langen Zeiträumen aus einerHemisphäre in die andere übergeht, einmal die nördliche, einmal die südliche Halb-kugel überflutend, und diese letztere Meinung wird durch vielfache Gründe wahr-scheinlich. Was nun die kryftallinisch ungeschichteten Gesteine betrifft, so schließensich diese in Hinsicht des mineralogischen Bestandes sowol als der Lagerungsver-hältnisse an die Erzeugnisse unserer Vulkane an, erscheinen daher in pyrotypischerForm; bei dieser sehen wir, wie sich zuweilen ganze Bergmassen erheben (Erhe-bungsvulkane, wie 1759 am Jorullo), oder wie sich einzelne Spalten öffnen, ausdenen dann geschmolzene Materie (Lava) ausfließen. Viele Basalte sind offen-bar lavaarlig hervorgetreten, aber die meisten krystallinischen Gebilde erhoben sichals mächtige Massen, wol in Folge einer innern Gahrung und nicht in flüssigerGestalt. Solche Erhebungen geschahen wahrscheinlich in verschiedenen Epochen;