Geologie
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einer jährlichen Gabt von 50 Pfund Sterling voranging, werden Preise für diewichtigsten geographischen Entdeckungen gebildet, oder talentvolle Reisende in alleTheile der Erde ausgesendet. Eine auserwahlte Bücher- und Kartensammlung er-leichtert die gelehrten Arbeiten, welche unter dem Titel: „l^ansactions c>k lüsro^al geoArsptücal societ^ of I-onckon", alle Jahre den Standpunkt der Wissen-schast bestimmen sotten. Die ersten Gelehrten Englands und die ausgezeichnetstenManner der britischen Marine, als: R. Brown, Capell Brooke, Mountstuart El-phinstone, Frazer, BasilHall, Hobhouse, Long, Smyth, Alexander, Bankes,Beechey, Buckland, Bullock, Carey, Colquhoun, Crawford, Donkin, Everest,Capitain Franklin, Hearne, Legh, Mackenzie, Marsden, Ouseley, Parry, Sa-bine, Ward, Wilson u. s. w. bieten sich zu diesem Weltzwecke rüstig die Hände.Welche Hoffnungen müssen erblühen, wo solche Kräfte sich vereinigen! (8)
Geologie, nach den neuesten Ansichten. Die Geologie beschäftigt sichmit der Bildungs-und Entwickelungsgeschichte unsers Erdkörpers und erscheintdaher als der Schlußstein im ganzen Gebäude unserer naturhistorischen Kennt-nisse. Immer setzt die Geschichte eines Gegenstandes die nähere Kenntniß sei-ner Beschaffenheit voraus, daher stützt die Geologie sich theils auf die waltendennaturhistorischen Verhältnisse der jetzigen Zeit (die astronomischen, geographischen,organologischen, physischen u. s. w.), theils auf die der vergangenen Zeiten, welcheuns die Geognosie nebst der innig mit ihr verbundenen Petrefactenkunde vorführt,und, da man jene gewöhnlich voraussetzt oder weniger berücksichtigt, als es wolsein sollte, so verschmelzt man hausig Geognosie und Geologie, wie es vorzüglichin England und Frankreich geschieht, wo die Handbücher der Geognosie meist unterdem Titel Geologie geliefert werden; beide Disciplinen aber verhalten sich etwawie Naturbeschreibung und Naturgeschichte. Die Geognosie hat die reine Beob-achtung über den Bestand des festen Erdkörpers zum Gegenstande und bildet daherdie thatsachliche Grundlage für die Geologie, welche, gestützt auf die allgemeinePhysik und Naturgeschichte, auf die wirkenden physischen, chemischen und organi-schen Kräfte, theoretisch untersucht, wie Alles, was durch die Geognosie aufgefun-den wird, allmälig geschichtlich sich entwickelt und ausgebildet haben mag.
Nur durch directe Beobachtungen über die Lagerungsverhältnisse der Schich-ten können wir den Bau der Erdrinde — so weit es uns gestattet ist, in dieselbeeinzudringen — ermitteln, und je weiter diese reichen, je specieller sie werden, destomehr entwickelt sich die Geognosie, desto sicherer wird die Grundlage der Geologie.Wenn nun einerseits nicht zu leugnen ist, daß in der neuern Zeit die geognosti-schen Beobachtungen ganz ungemein sich erweitert haben, so ist dock) andererseitsauch gewiß, daß wir noch lange nicht dahin gelangt sind, eine komparative Geo-gnosie über die ganze Erdrinde aufstellen zu können, ja daß diese in einiger Voll-ständigkeit noch nicht einmal von Europa möglich ist. In der letzten Hälfte desvorigen Jahrhunderts begann man den Bau der Erde im nördlichen Deutschlandnaher zu untersuchen, in welcher Hinsicht der preußische Bergrath Lehmann inseiner „Geschichte von Flötzgebirgen" vom Jahre 1766 einen schönen Grund legte;vorzüglich aber war es Eh. Füchsel, Leibarzt in Rudolstadt, der durch die fleißig-sten Beobachtungen die Folge der thüringischen Flötzschichten bis zum Muschelkalkermittelte und diese, verbunden mit einer geistreichen Geologie, in seiner ausführ-lichen „Histnria terrae et maris etc." sin den Acten der erfurter Akademie, 1762)beschrieb und auch schon auf den petrefactologischen Charakter der verschiedenenFormalionen aufmerksam machte. Spater benutzte Werner in Freiberg diese viel-fachen, aber wenig gekannten geognostischen Beobachtungen in seiner Lehre, undindem er die erste mineralogisch-geognostische Schule stiftete, wurde sein geogno-ftisches System die Grundlage der ganzen Geognosie. Man betrachtete daher diehier aufgestellte Flötzfolge als ein abgeschlossenes, über die ganze Erde gültiges