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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
146
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Z48

Geographische Gesellschaften

ten hervorgebracht hat. Der Zweck der loscanischen Gesellschaft für Geographieist das Studium der physischen und statistischen Erdkunde und der vaterländi-schen Naturgeschichte, um dereinst eine vollständige Beschreibung Toscanasherauszugeben, ein Specialmuseum vaterländischer Naturerzeugnisse zu bilden undin allen Classen des Volks die Liebe zu jenen Wissenschaften zu verbreiten, die seinWohlsein am gründlichsten befördern können. Die Gesellschaft zerfällt in zweiAbtheilungen: 1) für vaterländische Geographie und Statistik; 2) für vaterlän-dische Naturgeschichte. Die nämliche Person kann beiden Classen angehören.

Auch Deutschland wollte nicht zurückbleiben. Im April 1828 bildete sich zuBerlin ein Verein für Erdkunde, der sich immer am ersten Sonnabende einesjeden Monats versammelt, um über geographische Gegenstande zu verhandeln, undsich gegenseitig die neuesten Entdeckungen in diesem Felde der Wissenschaft mitzu-theilen. Bei dem Jubiläum des um Deutschlands Topographie hochverdientenIngenieurs Reymann, dessen treffliche Karten fast in Jedermanns Händen sind,wurde die Idee dazu gefaßt. Viel hat die Gesellschaft unter Karl Ritter's Vorsitzschon bis jetzt geleistet und durch AnHaufen und Sichten genau geprüfter Materia-lien zu noch großem Erwartungen berechtigt. Gleich Anfangs zahlte sie 30Mitglieder und unter ihnen Manner wie Ritter, Chamisso, Zeune, BerghauS,Encke, Klöden und Andere. Auch Sachsen erhielt bald einen ahnlichen Ver-ein. Der rastlos thatige Beförderer mathematischen und erdkundlichen Wis-sens, Oberlandfeldmesser und Kammerrath von Schlieben, der kurz zuvor in ei-ner besondern SchriftÜber Zweck und Einrichtung statistischer Bureaus" (Halle1830) seine Ansichten der gelehrten Welt zur Beurrheilung vorgelegt hatte, ent-warf schon 1830 die Statuten zu einem Vereine für vaterlandische Staatskunde,welcher mit Anfang des folgenden Jahres die landesherrliche Bestätigung erhielt.Ist gleichwol der Zweck dieser Gesellschaft, als deren Seele von Schlieben betrach-tet werden kann, bloß ein specieller, Sammeln von Nachrichten über den ZustandSachsens und seiner Bewohner in staatswirthschaftlicher Hinsicht, so sind dennochGegenstande, welche die Erdkunde im Allgemeinen berühren, von den Arbeiten der-selben nicht ausgeschlossen. Die Zahl der Mitglieder ist unbestimmt; doch hatjedes derselben vierteljahrlich das Resultat seiner Forschungen in tabellarischer Formdem Comite vorzulegen. Nach der Anleitung dieses Ausschusses arbeiten Zweigver-eine in fast allen größern StadtenSachsens zur Beförderung des vorgesetzten Zweckes.Zur ersten Einrichtung ist dem Verein eine Unterstützung von 400 Thaler bewil-ligt und die thatige Mithülfe der sammtlichen Behörden zugesagt worden. Bisjetzt hat er in zwei Heften seinerMittheilungen" (Leipzig 1831 32, 4.) Re-chenschaft von seiner Thatigkeit gegeben.

Am großartigsten aber und durch die Macht der goldenen Hebel Englands na-türlich auch am einflußreichsten gestaltet sich die aufJohn Barrow's Betrieb am 15.Jul. 1830 gestiftete geographische Gesellschaft zu London (Ilm raz-al xeogra-jckncal svciet^ of I^onckon). Den Kern derselben bilden die meisten früherhin demtraveller's clud angehörenden Mitglieder. Zum Beschützer hat sichKönig Wilhelm IV., der im Seewesen und im Gebiete der Erdkunde selbst ausge-breitete Kenntnisse besitzt, von freien Stücken angeboten und seinen Bruder, den Her-zog von Sussex, zu seinem Stellvertreter ernannt. Den Vorsitz übernahmViscount Godcrich, unter welchem vier Viceprasi'denten (Barrow, Greenough,Hamilton und Leake), ein Schatzmeister (Biddulph), zwei Anwalte oder trübte?--(Staunton und Ducke«), und zwei Secretaks (M'Konochin und Renouard)an der Spitze eines sogenannten Councils oder engern Ausschusses die Geschäfteleiten. Jedes Mitglied (bis jetzt 530 Einheimische und 21 Fremde) muß beider Aufnahme 3 Pfund und dann alle Jahre 2 Pfund Sterling Beitrag bezahlen.Aus diesem Fonds und andern freiwilligen Unterstützungen, wobei der König mit