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So bildete sich eine, nach einem englischen Vorbilde eingerichtete amerikanische Ge-fängnißgesellschast in Boston, Livingston verfaßte sein Gesetzbuch für Louisianaund andere hierher einschlagende Arbeiten, und es bildeten sich zwei Systeme derGefangnißbauart und der Gefangenenzucht, welche ihren Sitz in der alten Heiwachder Gefängnißverbesserung, in Philadelphia und in Neuyork hatten. Das letzte jenerSysteme, bei welchem die Gefängnisse, nach dem von Julius in seinen „Vorlesungenüber Gefängnißkunde" eingeführten Ausdrucke, nach dem Schachtelplane erbaut wer-den, wurde zuerst in Neuyork versucht. Nach demselben sind mehre Gefangnisse indem gleichnamigen Staate zu Auburn, zu Singsing, sowie auch zu Charlestownin Massachusetts und zu Weatberssield in Connecticut nach einander erbaut wor-den. Der Hauptgrundsatz dieses Systems besteht darin, die Gefangenen bei Nachtin einzelnen Zellen zu verwahren, bei Tage aber gemeinschaftlich arbeiten und essenzu lassen, wobei eine strenge militairische Zucht und ein vollkommenes Schweigender Sträflinge unabweislich gehandhabt wird. Das andere System kam in Phi-ladelphia auf, und ist bis jetzt erst in dem einzigen, noch nicht vollendeten Besse-rungshause des Staates Pennsylvanien, in Philadelphia, sowie auch in Pittsburg,eingeführt worden. Es treibt die Trennung der Sträflinge noch weiter als die An-stalt in Neuyork, indem nicht allein bei Nacht, sondern auch bei Tage jeden Ge-fangenen einsam in seiner Zelle läßt, und die Beschäftigung in dieser als ein Beloh-nungsmittel betrachtet. Jede dieser Zellen hat einen besondern kleinen Hof zumLuftschöpfen für den Gefangenen.
Bis jetzt ist es nicht wohl möglich, ein entscheidendes Urtheil über die Vorzügedes einen oder des andern dieser Systeme zu fällen. So viel scheint indeß gewiß,daß die in Philadelphia eingeführte Strafweise nicht allein viel kostbarer durch dienothwendigcn Bauten wird, sondern auch durch die Nichtbeschästigung vieler Ge-fangenen bei manchen Charakteren und lebhaften Naturen gefahrvoll werden undzum Wahnsinn führen könnte, weshalb man auch nach den neuesten Nachrichtenin Pennsylvanien bereits anfängt, in den Zellen arbeiten zu lassen. Dagegen läßtsich wider das in Neuyork übliche System einwenden, daß bei dem Schachtel-plane, dessen genauere Beschaffenheit die Abbildungen in der erwähnten Schriftvon Julius zeigen, die Luft in den Zellen nicht unmittelbar aus der Atmosphäre,sondern aus einem eingeschlossenen überdachten Räume, zwischen dem eigentlichenGefängnißgebäude mit den Zellenreihen (die innere Schachtel) und den äußern,weit von jenem abstehenden Mauern (die äußere Schachtel), erneuert wird. Vonmindern, Belange scheint der dem in Neuyork eingeführten System gemachteVorwurf einer strengem militairischen Zucht, welche bei Verbrechern und Sträf-lingen zu ihrem eignen Besten unerläßlich ist. In Hinsicht auf die Kostbarkeit derErbauung und des Unterhalts sowie des Arbeitsertrags ist es unleugbar, daß je-nes System bedeutende Vorzüge vor dem in Philadelphia befolgten sowie auch vorder, in vielen andern Ländern gewöhnlichen BeHandlungsweise hat, wobei abernicht übersehen werden darf, daß die Höhe des Tagelohns in Nordamerika demsel-ben Vorzüge hinsichtlich des Arbeitsertrags verleiht, welche in Europa bei der großenÜbervölkerung und der verhältnißmäßigen Theurung der ersten Lebensbedürfnissenie zu erreichen sein werden.
Kehren wir nach dieser Abschweifung über die amerikanischen Gefängnisse zuden europäischen und insbesondere zu Howard's Bemühungen zurück. Gleichzei-tig mit der, durch den Krieg gegen die nordamerikanischen Niederlassungen, inwelche man früher wol Verbrecher zu schicken gewohnt war, veranlaßten Über-füllung der englischen Gefängnisse kam Howard von seiner ersten Reise nach demfesten Lande zurück. Nach dem Entwürfe des großen Rechtsgelehrten Blackstonewurde 1779 das erste Besserungshaus--Gesetz vom Parlamente erlassen, und Ho-ward, dessen berühmter ärztlicher Freund vr. Fothcrgill, ein Quäker, und Whal-
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