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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
136
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138 Gefängmßwesen.

ley wurdm zu Oberaufsehern der neu zu errichtenden Besserungshäuser ernannt.Eingetretene Mißverständnisse verhinderten aber, daß weder diese drei Mannernoch deren Nachfolger im Stande waren, die Ausführung jenes Gesetzes zubewirken. Das einzige auf diese Weise zu Stande gekommene Besserungs-haus war das zu Gloucester, welches 1791 eröffnet wurde. Diese schöne, unterder Oberaufsicht des Parlamentsgliedes Paul stehende Anstalt, welche auch spatermit Tretmühlen versehen worden ist und etwas über WO Gefangene in zehn Gas-sen enthalt, gedieh so erfreulich, daß Paul 1819, nachdem dieselbe 27 Jahre be-standen hatte, vor einem Parlamentsausschusse das Zeugniß ablegen konnte, die-ses Besserungshaus habe in seinen Erfolgen die von den ursprünglichem Begrün-dern des Systems gehossten Wirkungen übertreffen, und eine lange Erfahrunghabe erwiesen, daß eine milde, aber streng befolgte Leitung nach den einmal erlasse-nen Gesetzen hinreiche, um die Sicherheit des Gewahrsams sowie den Einfluß derBehörde zu erhalten, ohne zu Fesseln oder Leibesstrafcn Zuflucht nehmen zumüssen. Ungeachtet dieses glänzenden Beispiels und der Parlamentsgesetze von

1773 wegen Anstellung von Geistlichen in allen Gefängnissen Englands, von

1774 wegen Bewahrung der Gefangenen vor dem Kcrkerfieber, und anderer ahn-lichen Gesetze aus den Jahren 1782, 1784, 1789 und 1791, erfolgte dennochseit jener Zeit eine Art von Stillstand in der englischen Gefangnißverbesserung, wel-chem auch Bentham'sl'anoptikcm", das nur zu dem verunglückten Zuchthausein Edinburg benutzt worden war, nicht abhelfen konnte. Dies hat nach Howard'sallzu frühem Tod theils zu der, alle Classenabtheilung hemmenden, aber freilich sehrwohlseilen Bewahrung der schweren Verbrecher auf Schiffen, wo dieselben imtheuern England nicht mehr als 20 Thaler für den Kopf Zuschuß kosten, theils zurVersendung derselben als Ansiedler nach Ncusüdwales, wo sie auf 1000 Thalcrfür den Kopf zu stehen gekommen sind, nach einander geführt. Erst die Bemü-hungen des thätigen Sir Samuel Romilly für die Milderung der überstrengenStrafrechtspflege, sowie die Wirkungen der vortrefflichen, 1818 erschienenen undin demselben Jahre sieben Mal aufgelegten Schrift des Parlamentsgliedes But-ton über die Frage, ob Verbrechen und Elend durch unsere gegenwärtige Gefang-nißzucht erzeugt oder gehindert werden, waren, in Verbindung mit der Thätigkeitdes wackern, von 1800 13 eifrig bemühten Jakob Neild, eines ehemaligenGoldschmiedes in London, im Stande, mit solcher Kraft auf die öffentlicheMeinung zu wirken, daß auch das Parlament kräftig einzuschreiten beschloß undden Bau des, freilich überaus kostspieligen und nicht ganz verständig ausgeführtenBesserunqshaufes Milbank bei London bewirkte. Besser noch als der, in dieserAnstalt befolgte kreisförmige Plan mit der Wohnung des Vorstehers in der Mitte,und den Behaltnissen der Gefangenen um ihn her im Kreise oder Vierecke, war diemusterhafte, auf religiössittliche Zucht, Beschäftigung, Classenabtheilung, Tren-nung bei Nacht und sorgfältige Beobachtung und Überschauung gerichtete Haut-ordnung dieser Anstalt. (Im Auszuge abgedruckt in dem angeführten Werkevon Julius.) Was aber noch kräftiger als die eben erwähnte Anstalt auf dieVerbesserung der Gefangnisse und auf die Ecweckung der allgemeinen Theilnahmefür diesen Gegenstand wirkte, war die Stiftung der großen, 1817 zuerst begrün-deten Gesellschaft für Verbesserung der Gefängnißzucht und die Verbesserung jungerVerbrecher in London, an welche sich sehr bald ähnliche Vereine, theils männliche,wie in Dublin und andernOrten des britischen Reichs, theils weibliche, deren Seeledie würdige Elisabeth Fry geworden ist, anschlössen.

Besonders nützlich aber wirkte die Thätigkeit jener Gesellschaft und ihrerzahlreichen und angesehenen Mitglieder, unter denen nur die Namen Hsare, But-ton, William Allen, Gurney, Bedford, Crawsord, Western, Holford, Bennet,Venning und Peter Cunningham genannt werden mögen, während sich dieselbe