Gebirgserhebung
Liegnitz wieder den Studien gewidmet wurde), anfänglich als freiwilliger Jager zuFuß, spater als Offizier in der preußischen Armee, und kam zwei Mal in dasInnere von Frankreich. Im Frühling 1816 kehrte er in die Heimath zurück, undstudirte bis Michaelis 1821) auf den Universitäten zu Breslau, Berlin und Göt-tingen. Nachdem er 1820 in Berlin zum Doctor der Rechte promovirt wordenwar, trat er im Winter 1820 als Privatdocent an der Universität zu Breslau auf,und wurde im Herbst 1821 als außerordentlicher Professor daselbst angestellt. VomAugust 1822 bis in den Mai 1823 unternahm er mit königlicher Unterstützung einewissenschaftliche Reise nach Italien. Im Februar 1826 wurde er zum ordentlichenProfessor, vorzugsweise für das Fach des germanischen Rechts, ernannt. Eben die-sem hat er seit dem Beginn seiner Thätigkeit als öffentlicher Lehrer hauptsächlich Nei-gung und Fleiß zugewendet, und auf mehrfachen von ihm unternommenen Reisenwar sein Streben stets auch auf Erforschung altdeutscher Rechtsdenkmäler gerichtet.Außer mehren kleinen Abhandlungen und Recensionen in der „Kritischen Zeit-schrift für Rechtswissenschaft", in Schunck's „Jahrbüchern", sowie in der leipzi-ger und haitischen Literaturzeitung sind von ihm folgende Schriften erschienen:„0e nomiuis^i^oc»re" (1820); „Haatuor lolia anti^uissimi ulicujus UiAestorumcoäicis rescrchtu, Keapoli nuper reperta" (Breslau1823); „Uber deutsche Städte-gründung, Stadtverfassung und Weichbild im Mittelalter" (Jena 1824); „Ge-schichte des deutschen Reichs und des Rechts in Deutschland" (Breslau 1825);„Das alte magdeburgische und hallische Recht" (Breslau 1826); „De prolessori-bus et meäicis eorulliggie privilegiis in sirre romano" (1827); „Das schlesischeLandrecht (1828); „Miscellen des deutschen Rechts, meist Beiträge zur Geschichteder Standesverhältnisse im Mittelalter enthaltend" (Breslau 1830), und eine neueAusgabe der „I^ex krisivouiu" (1832).
Gebirgserhebung. Die Ansicht von der Entstehung der Gebirgs-ketten durch theilweise Emportreibungen der äußern Rinde unsers Erdkörpershat in neuern Zeiten wieder die allgemeine Aufmerksamkeit der Geologen in An-spruch genommen, und ist gegenwärtig mit solcher Allgemeinheit und Consequenzdurchgeführt worden, daß sie nicht mehr als eine bloße Hypothese, sondern fastals ein erwiesener Satz zu betrachten sein dürfte, als ein Satz, welcher durchdie Einfachheit seines Princips ebenso anziehend wird als durch die Mannich-faltigkeit der aus ihm abzuleitenden geognostischen Resultate und geogenetischenFolgerungen. Viele Gebirgsmassen, wie z. B. alle Sandsteine und die meistenKalksteine, lassen es nämlich mit Bestimmtheit erkennen, daß sie als sedimentaireBildungen auf dem ehemaligen Meeresgrunde entstanden sind, indem sich suc-cessiv eine Schicht über der andern absetzte, bis sich nicht selten Schichtensystemevon 1000 und mehr Fuß Mächtigkeit aufthürmten. Diese sedimentaire Bil-dungsart hat aber nothwendig im Allgemeinen eine horizontale oder doch fasthorizontale Lage der Schichten zur Folge, und wir werden daher jene Kalkstcin-und Sandsteinschichten ursprünglich nur in horizontaler oder sehr wenig geneig-ter Lage anzutreffen erwarten können. Dies ist auch in der Regel in denjenigenTheilen ihres Vorkommens der Fall, wo sie in weit ausgedehnten Ebenen oderHochebenen auftreten und keine altern Gebirgsketten neben sich haben. Wennwir dagegen die Schichten sedimentairer Bildungen in sehr steiler, ja wol garin senkrechter Lage beobachten, so werden wir nothwendig irgend eine gewalt-same Dislocation derselben voraussetzen müssen, weil jene Lage unmöglich dieursprüngliche sein kann. Nun ist es merkwürdig, daß dergleichen senkrechte oderstark geneigte Schichten der Flötzgebirge vorzüglich nur am Rande der ältern Ge-birgsketten vorkommen, wie dies z. B. am Thüringerwalde, am Harze und an-dern Gebirgen auf eine höchst auffallende Weise stattfindet. Eine solche Schich-tenstellung läßt sich aber, wenn man dabei alle übrigen Umstände sorgfältig be-