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im Sommer, die Bewohner nöthigt, unter freiem Himmel vor den Belästigungendieser Jnsekbm Schutz zu suchen. Der Hausrath einer solchen Hütte besteht, wenner sehr vollständig ist, aus einigen Ochsen- oder Pferdeschädeln, anstatt der Stühle,aus einem kleinen Fasse zum Wasserholen, aus einem Ochsenhorn zum Trinken, ei»nigen hölzernen Bratspießen, und einem kleinen kupfernen Gefäße, um Wasserzur Bereitung des beliebten Paraguaythees zu sieden. Oft fehlt aber auch diesesletzte Geräth, und dann bleibt nichts übrig, als zu dem genannten Zwecke ein Ochsenhorn ans Feuer zu stellen. Die einzige Nahrung dieser Hirten ist Rindfleischüber dem freien Feuer am Spieße gebraten. Nach den Revolutionskriegen, durchwelche in mehren Gegenden das Rindvieh fast ganz vertilgt worden war, lebten dieGauchos besonders in der Provinz Santa Fe fast gänzlich vonPferdefleisch. Pflanzeft-nahrung verachten sie, selbst die Milch ihrer Heerden benutzen sie nicht und Butter oderKase bereiten sie nie. Da die großen Viehheerden dieser Hirten frei umherlaufenund nur wöchentlich einmal auf die Mitte des Gutes zusammengetrieben werden,so bringen sie bei Weitem den größten Theil ihrer Zeit mit Nichtsthun hin. KeinenSchritt thun sie zu Fuß. Auf dem Pferde hören sie die Messe vor der geöffnetenThüre der Capelle, und auf dem Pferde zechen sie, wenn sie zur Stadt kommen,vor den Thüren der Schenken oder?ulperius. Kartenspiel und Gesang zur Gui-tarre sind ihre hauptsächlichsten Vergnügungen, von denen sie das erste leidenschaft-lich lieben. Sie sind treffliche Soldaten, ertragen außerordentliche Entbehrungenund Anstrengungen und haben in den Revolutionskriegen eine ganz ausgezeichneteReiterei gebildet. Schreiben und Lesen können die wenigsten, da sie selten Ge-legenheit haben, eine Schule zu besuchen. Aus Mangel an Geistlichen taufensie häusig ihre Kinder selbst, oder schieben diese Ceremonie auch ganz auf, bis diejungen Leute Heirathen, weil dazu das Taufzeugniß gefodert wird. Sie legen dengrößten Werth darauf, nach ihrem Tode in heiliger Erde begraben zu werden; daaber viele von ihnen weit von einer Kirche entfernt leben, so lassen diese die Leichenihrer Verstorbenen auf dem Felde liegen, ohne sie zu beerdigen, indem sie dieselbennur mit Steinen oder Zweigen bedecken, und sobald nichts mehr übrig ist als dieKnochen, bringen sie diese zum Pfarrer, damit er dieselben bestatte. Andere zn-stücken ihre Tobten und schaben ihnen mit dem Messer das Fleisch von den Kno-chen, welche sie zum Pfarrer bringen, nachdem sie jenes weggeworfen oder beerdigthaben. Beträgt die Entfernung zur Kirche nicht mehr als etwa 20 Leguas, sokleiden sie den Tobten an, und setzen ihn, als ob er lebendig wäre, auf ein Pferd,indem sie den Körper durch zwei in der Form eines Andreaskreuzes befestigte Stabeaufrecht erhalten. So lassen sie den Tobten zum Pfarrer reiten. So sehr sie nochden spanischen Stolz und in vieler Hinsicht ein ritterliches Wesen haben, so weitsind sie in anderer Hinsicht vom spanischen Charakter abgewichen. So fehlt ih-nen die spanische Eifersucht fast gänzlich. Die Hirtenknechte, welche sich beiihnen verdingen und häusig gcnöthigt sind, ehelos zu leben, sollen durch dieWeiber und Töchter ihrer Herren nicht selten für diese Entbehrung entschä-digt werden. (29)
Gaupp (Ernst Theodor), Doctor und Professor der Rechte an der könig-lichen Universität zu Breslau, wurde am 31. Mai 1796 zu Kleingaffron bei Räu-den in Niederschlesien geboren. Seine Jugendbildung erhielt er anfänglich ausdem evangelischen Gymnasium zu Großglogau, wohin sein Vater 1800 als evan-gelischer Prediger versetzt worden war, und seit Ende des I. 1811, wo jener alsConsistorialrath Mitglied der königlichen Regierung zu Liegnitz wurde, auf der dor-tigen Ritterakademie. Der Ruf zu den Waffen führte auch G. im Februar 181^als er eben in Begriff stand, die Universität zu beziehen, in die Reihen der frei-willigen Kämpfer, und er diente nun in den Jahren 1813 — 15 (doch mit Un-terbrechung des militairischen Lebens in der Zwischenzeit des Friedens, welche in