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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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Gans

die erwähnte Schrift ein schönes bleibendes Denkmal gesetzt, der Literargeschichteaber einen wesentlichen Dienst geleistet. Nicht weniger Verdienste hat seineneuere Schrift über Dante: vits cki Dante ^liAÜieri scritta cka GiovanniLoccacci" (Venedig 1825), welche der Verf. dem Secretair des Instituts zuVenedig, Professor Angelo Zendrini, gewidmet hat. Der berühmte LiterarhistorikerBaldelli nennt dieses Buch einenkostbaren Edelstein" der italienischen Literatur.Solche Pretiosen hat G. seinen Landsleuten schon viele geschenkt, z. B.v «ivol^ari^cunenti italiani ckelle «pere cki Vir^ilio", in der Zeitschrift^oligralo"(1831) abgedruckt, und wird bei seiner unermüdeten Thätigkeit die Wissenschastimmer mehr mit dergleichen bereichern. (8)

Gans (Eduard), Dr. und Professor der Rechte an der Universität zuBerlin, ward geboren daselbst am 22. Marz 1798. Sein Vater, ein ausgezeich-neter Geschäftsmann, der seine kluge Thätigkeit auch besonders dem Staatin bedrängten Zeiten uneigennützig widmete, war außerdem vorteilhaft bekanntdurch den beißenden Witz, der ihm zu Gebote stand, und durch das ehren-volle Zutrauen, das ihm der Staatskanzler Fürst von Hardenberg in den schwie-rigsten Verwickelungen schenkte. Die glücklichen Anlagen des Sohnes bestimmtendiesem frühzeitig die Laufbahn der gelehrten Studien. Auf dem Gymnasium zumZrauen Kloster empfing er die trefflichste Ausbildung, die durch den Krieg 181Zund durch einen kurzen Aufenthalt in Prag, wo er seinen Vater durch den Todverlor, nur wenig unterbrochen wurde. Schon zu Ostern 1816 bezog er die Uni-versität, erst in Berlin und anderthalb Jahre später in Güttingen, wo er durchn'ne lateinische Ausarbeitung über Geschichte und Rechtsverhältnisse der InselRhodus den für diesen Gegenstand ausgesetzten akademischen Preis gewann. 1818ging er nach Heidelberg, wo er in Thibaut und Hegel Lehrer und Freunde fand,denen er sich innigst anschloß. Schon 1817 versuchte er sich als Schriftsteller undließ in Berlin dasUctheil eines Unparteiischen ü er die Habilitationsangelegenheitdes Dr. Witte" drucken, worin er zu Gunsten des Angegriffenen dem Einfluß einesmächtigen Parteigcistes mit Muth und Schärfe entgegentrat. Au einem zweitenVersuche rief ihn die Pietät für das Andenken des Vaters auf, das er imOpz>o-sitionsblatte" gegen dunkle Anschuldigungen siegreich vertheidigte. In Heidelbergschrieb er 1819 mehre juristische Aufsätze für dasArchiv" von Gensler, Thibautund Mittermaier, wie auch einige historisch-juristische in derZeitschrift für dieWissenschaft des Judenthums" und eine besondere SchriftUber römisches Obliga-tionenrecht" (Heidelberg 1819). Als Doctor der Rechte kehrte er 1820 nach Berlinzurück und begann hier eine ganz neue Bahn. Mit Hegel, der gleichzeitig in Berlinauftrat, eng verbunden und ebenso die philosophischen wie die historischen Studienmit gründlich tiefem Geist und rüstiger Kraft verfolgend, unternahm er es, der herr-schenden juristischen Schule, die sich die historische nannte, den Krieg anzukündigen.SeineScholien zum Gajus", die 1820 erschienen, erregten in dieserHinsicht allge-meines Aufsehen. Vergebens schrie man über die Verwegenheit des jungen Mannes,der, ohne andere Titel als den der Wissenschaft, Männer anzugreifen wagte, welchedurch Amt, Rang und Ansehen ihn weit überragten. Seine Opposition gewannnachhaltige Stärke, und er selbst säumte nicht, durch ein gediegenes, auch in histori-scher Forschung ausgezeichnetes, die geistreichsten Ansichten mit gründlicher Gelehr-samkeit vereinendes Werk:Das Erbrecht in weltgeschichtlicher Entwicklung" (3Bde., Berlin 182329), sich einen selbständigen Namen zu machen. Von einer1825 nach Frankreich und England unternommenen wissenschaftlichen Reise zurück-gekehrt, erhielt er bei der Universität zu Berlin als außerordentlicher Professor seine ersteAnstellung. Hier gründete er mit einigen Freunden 1826 eine neue Literaturzeitung,woran es Berlin bisher durchaus gefehlt hatte, dieJahrbücher für wissenschaftlicheKritik", die nun schon im sechsten Jahrgange gedeihlich fortschreiten. Ferner gab er