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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
124
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124 Funck

er seine literarischen Plane wieder auf, und hatte eben eine Geschichte Sachsens voll-endet, als der Krieg gegen Frankreich ihn an den Rhein rief. Wahrend seiner Ab-wesenheit verbrannte die Handschrift seines Werkes bei einer Feuersbrunst zu Köl-leda. Bald nach dem basler Frieden kehrte er in sein thüringisches Standquartierzurück, und seine Theilnahme an denHören" brachte ihn in ein innigeres Verhaltnißmit Schiller und Göthe. Er rückte indeß 1801 zum Major auf, und seine immer mehrerkannte Tüchtigkeitverschaffte ihm ehrenvolle Auszeichnungen in seinen Dienstver-haltnissen. Als im Sept. 1806 ein sächsischer Heerhaufen zu dem, gegen Frankreichgerüsteten preußischen Heere stieß, wurde F. als Adjutant des Befehlshabers, desGenerals von Zezschwitz, angestellt. In der Schlacht bei Jena verwundet und gefan-gen, ward er mit den übrigen sachsischen Offizieren, die sein Schicksal theilten,dem Kaiser Napoleon vorgestellt. Als der Sieger sagte, daß er Sachsen nicht alserobertes Land behandeln werde, wenn der Kurfürst sich nicht entfernen wolle, batF. um die Erlaubniß, seinem Fürsten diese Äußerung mitzutheilen. Der Kaisergewahrte es, und F., der in der Nähe des Schlachtfeldes kein Pferd erhalten konnte,machte sich zu Fuße auf den Weg, bis er in eine Gegend kam, wo der Postenlausnicht unterbrochen war. Er langte in Dresden an, als der Kurfürst eben ausbre-chen wollte, um in Breslau eine Zuflucht zu suchen. F.'s Mittheilungen ändertendiesen Entschluß. Der Kurfürst rief seine Kriegsvölker, die noch bei dem preußi-schen Heere standen, zurück und erklärte sein Land für neutral. F. eilte mit dieserNachricht in das Hauptquartier des Kaisers, der alsbald die Feindseligkeiten ge-gen Sachsen einstellen ließ und sich zum Abschluß des Friedens bereit erklärte. Indemselben Jahre zum Obriftlieutenant ernannt, wurde F. zu Anfange des folgen-den Generaladjutant und Oberst. Als nach dem posener Frieden ein sächsischerHeerhaufen zu dem, gegen Danzig bestimmten französischen Heere gestoßen war,wurde F. in Napoleons Hauptquartier gesendet, da man fürchtete, daß der Auf-stand einiger sächsischen Bataillone bei Posen einen nachtheiligen Eindruck auf denKaiser gemacht habe, und es gelang seiner Gewandtheit und Geistesgegenwart, denSieger auf eine günstigere Meinung zu bringen. Er begleitete den König 1807nach Warschau und 1808 zu dem Eongreß in Erfurt. Die hohe Gunst, in welcherer bei Friedrich August stand, gab in Polen Manchen Veranlassung, ihm diegrößte Auszeichnung zu beweisen, um sich seines Einflußes auf dem König zu be-dienen; aber so willig F. war, wenn er dem Staate nützen konnte, so entschiedenwies er jeden Antrag ab, der mit seiner strengen Rechtlichkeit unverträglich war, und erist diesem Grundsatze treu geblieben, so lange er zu der nähern Umgebung des Königsgehörte, und hat sich besonders den Federungen der französischen Machthaber immerkraftig widersetzt. Kurz vor dem Ausbruch des Krieges gegen Ostreich wurde F.Generalmajor und nahm nach der Rückkehr des Königs in seine Staaten Antheilan dem Entwürfe der neuen Einrichtung des sächsischen Heeres. In dieser Zeitgerieth er mit einem der einflußreichsten Männer in einen heftigen Streit über neueingekaufte Remontepferde. Der König mochte einen einseitigen Bericht über die-sen Vorfall erhalten haben, F. aber verschmähte es im Gefühle seines Rechts, ir-gend einen Schritt zu thun, und so gelang es seinen Widersachern, seinen Einflußzu schwächen. Er wurde zwar 1810 zum Generallieutenant ernannt, erhielt aberdas Commando einer Brigade leichter Reiterei, und wurde durch diese Anstellungvon Dresden entfernt, wie es seine Feinde wünschten, die ihn aus der Umgebungdes Königs bringen wollten. Als auch Sachsen 1812 zur Theilnahme an demKampfe gegen Rußland sich rüstete, hatte F. das Commando einer Cavaleriedivi-sion, und genoß anfanglich die Gunst des Oberbefehlshabers, des DivisionsgeneralsReynier, der ihn schon 1809, wahrend er nach der Entfernung des Fürsten vonPontecorvo die sächsischen Truppen anführte, mit besonderer Auszeichnung b.han-delt hatte. Bald nach der Eröffnung des Feldzugs aber gelang es F-'s Gegnern,