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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
123
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Funck ^ 123

^ X hülfe nach Tübingen berufen wurde, seinem Amtsgenossen Meckel uberließ, derc: das Werk vollendete. In Tübingen widmete er sich seinen Lehrfächern mit einemEifer, den er durch mehre ausgezeichnete Schriften bethätigte, und machte sichX- 4810 um die Universität besonders durch die Einrichtung einer geburtshülflichenKlinik verdient Der König von Würtemberg ernannte ihn 1811 zu seinem Leib-arzt. Als der Kammerrath Bettuch, der seinen Vater in der Leitung des Jn--x duftriecomptoirs und des Geographischen Instituts zu Weimar unterstützt hatte,^ 1815 gestorben war, gab F. seine vorteilhafte Anstellung auf, und dem Rufeseines Schwiegervaters folgend, kehrte er 1818 nach Weimar zurück, um bei der Ge-schäftsführung jener umfassenden Anstalt mitzuwirken. Der Großhcrzog von Wei-mar verlieh ihm gleichzeitig das Amt eines Obermedicinalraths. F. hatte bedeuten-den Antheil an der Begründung der, damals für die Politik fo wichtigen ZeitschriftOppositionsblatt". Seine Theilnahme an der literarischen Anstalt seines Schwie-gervaters beurkundete sich bald durch mehre Unternehmungen im Fache der medi-cinischen Wissenschaften, wie durch seine Bearbeitung von Cooper'sHandbuchder Chirurgie" (4 Bde., Weimar 181924), dem sich spater unter dem TitelHandbibliothek" ein Ergänzungswerk anschloß, welches die wichtigsten chirurgi-schen Schriften des Auslandes in Übersetzungen lieferte. Zur Förderung des Stu-diums der Naturgeschichte entwarf er 1820 den Plan zu einemWörterbuch derNaturgeschichte", von welchem 1800 der erste Band erschien, und das 1832 biszum achten Bande vorgerückt ist, wiewol dieses Werk nicht geworden ist, wasder ursprüngliche Plan verhieß, da es sich im zoologischen Theile meist auf Über-setzungen aus demDictionnaire classigpie ck'llistoire naturelle" beschränkt.Ein reichhaltiges Repertorium ist seine 1822 begonnene Zeitschrift:Notizen ausdem Gebiete der Natur- und Heilkunde". Nach Bertuch's Tode (1822) über-nahm F. das Jnduftriecomptoir für eigne Rechnung und widmete sich der Lei-tung dieser Anstalt mit reger Thätigkeit. Als Abgeordneter für den Landtag 1823gewählt, nahm F. auch an den Staatsangelegenheiten nähern Antheil.

Funck (Karl Wilhelm Ferdinand von), sächsischer Generallieutenant, wardam 13. Dec. 1761 zu Braunschweig geboren, wo sein Vater als Hofrath ange-stellt war. Zuerst auf der Schule zu Wolfenbüttel gebildet, kam er 1778 auf dasCarolinum zu Braunschweig, wo er unter Jerusalem, Eschenburg und Gärtnereiner der ausgezeichnetsten Zöglinge der Anstalt wurde. Entschlossen die Krieger-laufbahn zu wählen, verließ er sein Vaterland, dessen unbedeutende Kriegsmachtihm zu beschränkte Aussichten zeigte, und ging nach Sachsen, wo mehre Verwandteseines Vaters lebten. Er wurde 1780 als Lieutenant in dem Reiterregiments Gardedu Corps angestellt; aber so angenehm die geselligen Verhaltnisse waren, in welcheder Aufenthalt in Dresden ihn brachte, so verwickelte doch der Dienst unter Man-nern von veralteten Ansichten den geistreichen jungen Mann in viele Verdrießlichkei-ten, die noch peinlicher wurden, seit er, zum Adjutanten des Regiments ernannt,mit dem Commandanten in ein gespanntes Verhaltniß kam, das ihn schon 1785bewog, seinen Abschied zu nehmen. Seitdem widmete er sich literarischen Beschäf-tigungen, und während er den Stoff zu mehren geschichtlichen Werken sammelte,machte er einzelne Aufsätze in Zeitschriften, z.B. in derThalia", bekannt, bis er, durchdie ruhigeMuße eines glücklichen Hausstandes begünstigt, mit seinem ersten Werke:Geschichte Kaiser Friedrichs II." (Züllichau 1792), hervortrat, das lange für eineArbeit des verstorbenen Hegewisch gehalten wurde. Um dieselbe Zeit kam er in nä-here Verbindung mit Schiller und wurde Mitarbeiter an derAllgemeinen Literatur-zeitung". Der einsichtsvolle Generallieutenant Graf von Bellegarde, der damalsan der Spitze der sächsischen Reiterei stand, bemühte sich, F. wieder in den Kriegs-dienst zu ziehen, und als 1791 ein Husarenregiment errichtet wurde, trat F. in dem-selben Jahre als Rittmeister ein. In seine Garnison nach Thüringen versetzt, nahm