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vier Jahre blieb. Aus dieser Zeit kennen wir nur von ihm einen großen Kupfer-stich nach Claude Lorrain und einige kleine radirte Blatter. Nach beendigterReise durch das südliche Italien und Sicilien kehrte er 1817 in den Schoos sei-ner vaterlichen Familie, des würdigen Oberbaurath Frommel, nach Karlsruhe zu-rück, wo er als Professor angestellt wurde und sich mit Kupferstechen und ^l-malen beschäftigte. Einige große Blatter alsi Aricia, Tivoli, der Ätna undVesuv und ein Werk über Baden, größtentheils von ihm gemalt und gestochen,gab er selbst heraus, ging dann 1824 nach England, wo er das Verfahren desdamals neu entdeckten Stahlätzens kennen lernte und nachher eine Schule jun-ger Kupferstecher in Karlsruhe gründete, aus welcher die Werke über die Äne'ide,über Horaz, über Griechenland u. s. w. als erste Leistungen in diesem Fache aufdem Continent erschienen. Die zarte, effektvolle Ausführung, sowie die natür-liche und richtige Zeichnung dieser Werke fanden überall eine lebhafte Anerken-nung. F. wurde 1830 als Galeriedirectoc in Karlsruhe angestellt. Hierfand er einen ihm angemessenen Wirkungskreis, den er durch sein vielseitiges Ta-lent immer mehr zu erweitern sucht. Sein Haus ist ein Vereinigungspunktder gebildeten Welt und feinen Sitten und er verdient als Künstler und alsMensch die allgemeine Achtung, deren er sich zu erfreuen hat.
Froriep (Ludwig Friedrich von), Obermedicinalrath in Weimar, wurde1779 zu Erfurt geboren, wo sein Vater als evangelischer Prediger und Professoran der Universttat angestellt war. Er ging mit seinen Ältern 1788 nach Bücke-burg, wohin sein Vater als Superintendent berufen ward, 1792 nach Wetz-lar, und erhielt an beiden Orten theils in öffentlichen Lehranstalten theils vonseinem Vater den ersten wissenschaftlichen Unterricht, studirte aber sehr viel fürsich, besonders neuere Sprachen, bis er 1798 die Universität Jena besuchte, umsich dem Studium der Heilkunde zu widmen. Hufeland und Loder, die ihm ihreFreundschaft schenkten, trugen vorzüglich zu seiner wissenschaftlichen Bildung bei.Nachdem er 1799 die Doctorwürde erlangt batte, ward er im folgenden Jahreals Unterdirector des Entbindungshauses zu Jena angestellt, das unter Loder'sLeitung stand, und trat 1801 als akademischer Lehrer auf, indem er seine Vor-lesungen über populaire Medicin in einem besondern Programm ankündigte. Gall'sSchädellehre zog seine besondere Aufmerksamkeit an, wie seine „Darstellung derneuen, auf Untersuchungen der Verrichtungen des Gehirns gegründeten Theorieder Physiognomik" (Weimar 1801) beweist. Die Geburtshülfe aber blieb seinHauptstudium, das durch sein „Theoretisch-praktisches Handbuch der Geburtshülfe"(Weimar 1802, neunte Aufl. 1832), sein bestes Werk, verdienstlich gefördert hat.Gleichzeitig reihte er der Theorie auch vielfach benutzte praktische Apparate an, seineHysteroplasmata mit dem Touchirapparat, sein Beckenmodell (pelviarmm) undsein Fantom von ?apier mucke. Er wurde 1804 nach Halle berufen, wo 1806unter seiner Leitung das öffentliche Entbindungshaus eingerichtet wurde. Seit-dem aber wendete er seine Thätigkeit immer mehr der Naturgeschichte, der ver-gleichenden Anatomie und Chirurgie zu, und gab bereits 1806 Dumenil's „Ana-lytische Zoologie" in einer, mit vielen Zusätzen bereicherten Übersetzung (Wei-mar) heraus, welcher als Ergänzung und Darstellung von Lamark's „Systemder Conchyliologie" (Weimar 1807) folgte. F. förderte thätig den, bereits 1799von seinem Schwiegervater, dem Legationsrath Bettuch zu Weimar, dargelegtenPlan, die Naturgeschichte gemeinnütziger zu machen, und gab in den Werken: „DasThierreich, oder charakterisierende Beschreibung aller zur Zeit bekannten Th>'ere"(Weimar 1807), als Commentar zu Bertuch's „Tafel der allgemeinen Naturge-schichte", die Beschreibung der Mollusken. Er begann seine Übersetzung.von Cu-vier's „Vorlesungen über vergleichende Anatomie" (erster Theil, Leipzig 1808),deren Vollendung er jedoch, da er 1808 als Lehrer der Chirurgie und Geburts-