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' stand gekannten und beschriebenen Pflanzen waren. Auch für die Flechtenkundewurde ein zweites Hauptwerk von F.: „I^etmnoxruplna Lurnpaeu", das er nacheiner zwanzigjährigen Beschäftigung mit diesem Gegenstande herausgab, sehr bedeu-tend. Hier> wie in seinen übrigen Schriften, ging F. immer von der Ansicht aus, daßin den Naturwissenschaften die Natur selbst die höchste Norm für die Materie der' Erkenntniß sei, daß aber bei der Bearbeitung und systematischen Form die phi-' losophische Anordnung befolgt werden müsse. Diejenigen, welche nach einer ent-gegengesetzten Methode verfahren, haben es ihm daher zur Last gelegt, daß er in' der Empirie zu mikrologisch, in der Systematik dagegen zu logisch wäre, worauf' F. indeß geantwortet hat, daß die entgegengesetzte Methode sich zu einer strengen^ Naturforschung ebenso verhielte, wie die Waverley-Romane zur Geschichte, und daßman auf diese Weise freilich das Glänzende, aber selten das Wirkliche darzustellenk vermöge. In spätem Jahren war es ein Ziel mehrfacher Bestrebungen, einv natürliches System in der Botanik zu finden, und als ein vorzüglicher Beitragie dazu erschien das von F. 1825 herausgegebene Werk: „8Mems orbisvegets-l bilis". Die darin herrschende Grundansicht ist folgende: Die gewöhnlich ange-nommene Vorstellung, daß die Natur in ihren Entwickelungen einen Kettengang«! vom Niedrigen zum Höhern unablässig aufsteigend, bilde, ist falsch; vielmehr hat« die Natur mehre Anfangspunkte und bildet mehre Entwickelungssphären, die, derallgemeinen Ansicht gemäß, nicht zu verbinden sind. Dagegen findet eine viel-i- fache Beziehung unter den Naturgegenständen statt und diese muß innerhalb der? verschiedenen Entwickelungssphären in der Anordnung der entsprechenden Grup-pen dargestellt werden. Vergeblich ist also der fromme Wunsch, ein natürliches( System, welches das der Natur selbst wäre, zu finden, und zwar aus dem Grunde,' weil die Natur ein vollgegliedcrter Organismus ist, unsere systematischen Grup-pirungen aber größtentheils willkürlich sind; und ferner, weil der Schöpfer einesjeden Systems aus der Natur selbst die leitende, das Ganze ordnende Idee ent-nehmen und damit seine Aufstellung beseelen muß; kurz: ein System mußmehr als das Erzeugniß des reinen Empirismus sein, dennoch aber, seiner Ma-terie nach, nur auf wirkliche Naturbetrachtung gestützt werden. Übrigens hatauch F. die Erfahrung gemacht, wie schwer es einem Botaniker ist, der in einementfernten und armen Lande wohnt, das ganze Feld seiner Wissenschaft anzu-bauen und darin mit den vom Glück mehr begünstigten Naturforschern andererNationen, welchen die Materialien zu dem rasch aufsteigenden Gebäude der Wis-senschaft reichlicher zu Gebote stehen, gleichen Schritt zu halten. Die schwedi-schen Botaniker sehen sich daher großentheils genöthigt, sich auf die Bearbeitungder niedrigen, noch nicht geordneten Gewächsfamilien oder ganz auf die inlän-dische Flora zu beschränken. Auch in diesem Fach hat F. durch seine „lXovitiimllvrae isuscicue" außerordentlich viel geleistet, und es war zu erwarten, daß dieErnte hier bedeutend ausfallen mußte, da für die Flora Südschwedens seit Le-che's und Linne's Tagen wenig gethan war. (6)
Frommel (Karl), wurde 1789 zu Birkenfeld im Sponheimischen ge-boren. Eine frühe Neigung trieb ihn zur Malerei; da er aber in Karlsruhe, wo-hin seine Altern gezogen waren, damals keine Gelegenheit fand, sein Talent aus-zubilden, so ging er 1805 zu Haldenwang, um sich zum Kupferstecher zu bil-den. Er machte auffallende Fortschritte und gewann auch Zeit für seineLieblingsneigung, die Landschaftmalerei. 1810 ging er nach Paris, beauf-tragt daselbst mehre Gegenden nach der Natur aufzunehmen. Von nun anwandte er sein Studium meistens auf das Malen, wozu ihm die herrlichen Na-turscenen des Schwarzwaldes, sowie überhaupt die des schönen badischen Landesund der Schweiz reichen Stoff darboten, und wodurch er sich zugleich eine sel-tene Fertigkeit im Aquarellmalen erwarb. Er ging 1812 nach Rom, wo er über