Friedrich (Prinz der Niederlande)
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Jüngling eine sorgfaltige Erziehung und erwarb sich viele wissenschaftliche Kennt-nisse; dabei war sein gefühlvolles Herz an die schönste humane Richtung frühgewöhnt, wiewok es ihm auch für kriegerisches Wesen keineswegs an Neigungfehlte. Besonders wohlthätig wurde für ihn der Aufenthalt in Berlin, woNiebuhr ihn kennen lernte und seine ganze Aufmerksamkeit ihm widmete. Nochin spaterer Zeit sprach der berühmte Mann mit Wärme und Interesse von sei-nem fürstlichen Pflegling, und der Prinz nahm oft auf sein Fürwort und UrtheilRücksicht. Nachdem die hollandische Revolution seinen Vater auf den Thron vonHolland und der wiener Congreß auf den der wiedervereinigten Niederlande erho-ben, erhielt Prinz Friedrich den besondern Titel eines „Prinzen der Niederlande"und wurde nach und nach mit zur Theilnahme an den Geschäften gezogen. Ervermählte sich 1825 mit der Prinzessin Louise von Preußen. Zum Generaladmi-nistrator des Kriegsdepartements und später zum Admiral des Königreichs er-nannt, leistete er durch seine unermüdliche Thätigkeit, seinen ausdauernden Eifer,seine Pünktlichkeit im Kleinen wie im Großen, durch seine vielfachen theoretischenKenntnisse in allen Zweigen des ihm anvertrauten Faches, durch sein zugleichmildes und ernstes Wesen und eine seltene Leutseligkeit gegen seine subalternenBeamten ausgezeichnete Dienste, und sah nach Verlauf von 14 Jahren seine Be-mühungen vom schönsten Erfolge gekrönt. Das auf tiefer Stufe übernommeneMilitair hatte einen neuen Geist und eine echt constitutionnelle Gesinnung erhal-ten. Der Prinz wurde der Liebling des Heeres, aber auch der des Volkes, daer ebensowol in Sitten und Angewöhnungen der erste Bürger, als der erste Sol-dat des Vaterlandes in Erfüllung aller Pflichten gegen dasselbe bei jeder Gelegen-heit sich bethätigte. Mehr als den Belgiern, obgleich auch diese ihn schätzten, warder den Holländern angenehm, deren Neigung und Stimmung sein ernsteö und ge-haltenes Wesen zusagte. Der Prinz wirkte außerhalb des Kriegsdepartementsuberall, und so oft seine Muße es ihm erlaubte, auch für Künste und Wissenschaf-ten; er nahm Theil an gelehrten Gesellschaften, unterstützte oder empfahl Gelehrteund Künstler und ließ sich besonders das Werk der Aufklärung in den noch minderhellen Provinzen des Reiches sehr angelegen sein. Als Oberstuhlherr der National-freimaurerloge, welche von oben herab beschützt wurde und auf die Volksbildung inden Niederlanden großen Einfluß übte, erwarb er sich nicht minder Verdienste.Die 1828 erfolgte Auflösung des schweizerischen Solddienstes wurde vorzüglichdem Prinzen und dem General von Evans zugeschrieben, welche beide dem patrio-tischen Gefühl und dem Nationalstolze der Holländer damit ein Opfer gebracht.Allein die nahern Beweggründe und Umstände dieser Sache, die von Vielen alsominös und als belgische Jntrigue am Vorabende einer lange zuvor eingeleitetenRevolution betrachtet wurde, sind noch nicht ganz bekannt, und so muß demnachdas Urtheil hierüber verschoben werden. Als jene Revolution im Sept. 1830ausbrach, fand man an den allzu sanften Maßregeln des Prinzen Friedrich man-cherlei zu tadeln; allein das Herbe dieses Tadels muß vor der Rücksicht ver-schwinden, daß einerseits der Chef des Kriegsdepartements durch höhere königlicheBefehle gebunden war, andererseits aber die Ordres des Prinzen durch ungetreueund ungeschickte Generale und Oberofsiziere gleich sehr vereitelt oder nur halb aus-geführt wurden. Überhaupt kann bei der damaligen Demoralisation in der bel-gischen Armee, welche durch die Clubbisten nach und nach zu Stande gebracht,und durch welche jede kräftige und zusammenhängende Operation vereitelt wor-den war, die Schuld nur spärlich der höhern Leitung beigemessen werden. DieSendung nach Antwerpen, wohin der Prinz mit seinem Bruder Oranien abge-ordnet ward, und der Aug nach Brüssel scheiterten an der Menschenfreundlich-keit des Prinzen, an wiederholten Instructionen aus dem Haag, eS nicht zumÄußersten kommen zu lassen, an der Treulosigkeit Derjenigen, welche theils
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