Friedrich (Fürst von Hoyenzollern-Hechingen)
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seines Oheims ward er der Erbe der botanischen Anlagen, die der König in Pill-nitz geschassen hatte, und um diese Schatze desto treuer pflegen zu können, wid-mete er sich mit erfolgreichem Eifer dem Studium der Pflanzenkunde.
Prinz Friedrich war am 23. Jul. 183(5 an die Stelle des in der Schweiz ver-storbenen Generals von Lecoq zum wirklichen General und Oberbefehlshaber desHeeres ernannt worden, als bald nachher die entscheidenden Ereignisse der Scptem-bertage ihn zu einer eingreifendern Wirksamkeit riefen. Gleich nach dem Ausbrucheder Unruhen in Dresden ward er von dem Könige an die Spitze der zur Auf-rechthaltung der öffentlichen Ruhe verordneten Commission gestellt, und konnteschon diese Ernennung dem Volke, das mit Vertrauen auf ihn blickte, Beru-higung geben, so sah es die Bürgschaft einer bessern Zukunft, als am 13.Sept., nachdem Prinz Maximilian, der Eingebung der edelsten vaterlichen Zärt-lichkeit folgend, zu Gunsten seines ältesten Sohnes auf die eventuelle Thron-folge verzichtet hatte, der König dem Prinzen Friedrich als Mitrcgenten dieunmittelbare Theilnahme an der Ausübung der obersten Staatsgewalt übertrug.(S. Dresden im Jahre 1830 und Sachsen.) Überzeugt von derNoth-wendigkeit zeitgemäßer organischen Verbesserungen der Volksvertretung, sowie derStaatsverfassung und Verwaltung, geleitet durch Liebe und Vertrauen zum säch-sischen Volke, durch gründliche Kenntniß des Rechtes Aller, seiner tiefsten undheiligsten Quellen, erschien ihm der 4. Sept. 1831, wo die neue Verfassung deSLandes vom Throne ertheilt und beschworen ward, zum Theil als eine Belohnungseiner vielfachen Anstrengungen, zum Theil als eine neue Auffoderung zu vielsei-tiger und segensreicher Thätigkeit, der er sich jetzt auf eine beinahe jede Erholungausschließende Weife hingibt. Seine Ehe mit der Erzherzogin Karoline von Oft-reich, mit welcher der Prinz seit 1819 vermählt war, wurde 1832 durch den Todgetrennt.
Friedrich (Hermann Otto), Fürst von Hohenzollern-Hechingcn, wurdeam 22. Jul. 1776 zu Namur geboren, wo sein 1810 verstorbener Vater, derregierende Fürst Hermann Friedrich Otto, und seine Mutter, aus dem niederlän-dischen fürstlichen Geschlechte Havre, lebten, während sein Großoheim JosephWilhelm die Regierung führte. Der Prinz ward in Hechingen erzogen, erhieltseine erste Bildung auf der Karlsschule in Stuttgart, besuchte die UniversitätenDillingen, Salzburg, Tübingen und Würzburg und machte sich darauf in Wien,wo er bei dem Reichshofrath arbeitete, mit der Praxis der Rechtsgelehrsamkeitbekannt. Als sein Vater nach dem Tode des Fürsten Joseph Wilhelm 1798zur Regierung gelangte, kehrte der Prinz nach Hechingen zurück und vermähltesich 1800 mit der Prinzessin Pauline, Tochter des Herzogs Peter (Biron) vonKurland und Sagan. Nach der Gründung des Rheinbundes machte er mehreFeldzüge unter Napoleons Heeren und zeichnete sich bei manchen Gelegenheitenrühmlich aus. Bei dem Antritt der Regierung hielt er an die Abgeordneten derGemeinden seines Landes, das auf 6 HZ Meilen 21,000 Einwohner zahlt, einewürdige und herzliche Rede, worin er Gesinnungen und Zusagen aussprach, dieer seitdem fortdauernd bethatigt hat. Die Landstände, aus 12 durch freie Wahlder Gemeinden berufene Abgeordnete des Bürger- und Bauernstandes bestehend,die sich jährlich im Frühlinge in Hechingen versammeln, erhielten mehre den Jeir-bedürfnissen angemessene Rechte; eine neue Gemeindeordnung gab den Gemein-degerichten eine bessere Einrichtung und führte die Verwaltung des Gemeinde-vermögens auf festere Grundsätze zurück. Durch einen mit dem GroßherzogthumBaden 1821 abgeschlossenen Vertrag wurde das meist von Katholiken bewohnteLand dem in Freiburg errichteten neuen Bisthum zugewiesen und die kirchlicheVerwaltung einem von dem katholischen Fürsten ernannten bischöflichen Com»
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