Friedrich jAugust (Mitregent von Sachsen)
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eine Vertretung der Geistlichkeit in das neue Grundgesetz*) auf. Als 1825 durchden Tod des Herzogs Friedrich die Linie Sachsen-Gotha und Altenburg erlosch,entstanden schwierige Verhandlungen unter den drei Hausern der jüngern ernesti-nischen Linie, Koburg, Meiningen und Hildburghausen, bis 1826 unter derVermittelung des Königs vor. Sachsen ein Vergleich geschlossen wurde. Der Her-zog überließ Hildburghausen an Meiningen und erhielt durch die Erwerbung desFürstenthums Altenburg einen so ansehnlichen Gebietszuwachs, daß seine Be-sitzungen jetzt einen Flachenraum von 23 iH Meilen begreifen. Er reiste am17. Nov. 1826 mit seinem Hofe nach Altenburg ab und heißt seitdem Herzogvon Sachsen-Altenburg (s.d.). Das Bedürfniß einer Verbesserung derVerfassung und der Verwaltungsgrundsatze mußte sich hier um so mehr regen,als die Kosten einer eignen Hofhaltung die öffentlichen Ausgaben vermehrten.Besonders aber gaben einige drückende Steuern, Beamtenwillkür und Man-gel der Gemeindeverfassung, welche die wirkliche Vertretung der Bürgerschaft aufdem Landtage vereitelten, auch hier in den stürmischen Septembertagen 1830Anlaß zu drohenden Volksbewegungen. Der Herzog erschien alsbald in derMitte des Aufftandes seiner Hauptstadt und hörte auf dem Stadthause die Be-schwerden der Bürger an. Seine beruhigenden Worte stillten den Sturm. Alser am 14. Sept. die Stimme der Vorsprecher der Bürgerschaft vernommen hatte,versprach er in einer Bekanntmachung eine verbesserte Einrichtung des Stadl-raths und eine weitere Ausbildung der landständischen Verfassung und strengeHandhabung des Staatshaushalts. Am 29. April 1831 wurde das Grund-gesetz gegeben und 1832 der erste Landtag nach den neuen Verfassungsfor-men gehalten.
Friedrich August, Mitregent und Thronerbe des Königreichs Sach-sen, ist der älteste Sohn des Prinzen Maximilian, jüngern Bruders des regieren-den Königs Anton, und dessen erster Gemahlin, einer geborenen Prinzessin vonParma. Er wurde den 18. Mai 1797 geboren, verlor aber seine Mutter schonim siebenten Jahre, nachdem er kurz zuvor mannlicher Pflege unter der Auf-sicht des Oberhofmeisters Generals von Forell, eines wegen reiner Sittenund Grundsatze geschätzten Mannes, der aus der französischen Schweiz stammte,war anvertraut worden. Der junge Prinz wurde späterhin, gemeinschaftlich mitseinen beiden Brüdern Clemens und Johann, durch mehre Lehrer mit allerGründlichkeit in den Elementarwissenschaften unterrichtet. Kaum hatte ersein zwölftes Jahr vollendet, als er 1809 mit den übrigen Gliedern der kö-niglichen Familie Dresden verließ, das in Abwesenheit der bei Napoleons Heerin Ostreich befindlichen sächsischen Truppen feindlichen Einfällen bloßgestellt war.Nachdem er bis zum Jun. 1809 in Leipzig, dann bis in die Mitte des Augustsdesselben Jahres in Frankfurt a. M. die ersten Eindrücke fremder Ortlichkeit em-pfangen und auf manche bedeutende Persönlichkeit aufmerksam geworden war,kehrte er anfangs nach Leipzig und zu Ende des Octobers nach Dresden zurück.Bis zu seinem siebzehnten Jahre setzte der Prinz seine Studien mit wachsen-dem Ernste fort. Zu Anfang des Jahres 1813 zwangen die kriegerischen Ereig-nisse die königliche Familie abermals das Vaterland zu verlassen; sie reiste überBaireuth nach Regensburg und im April über Linz nach Prag. Als KönigFriedrich August nach der Schlacht bei Lützen in seine Hauptstadt zurückkehrte,verließ Prinz Friedrich ebenfalls Prag und folgte bald seinem Oheim. Nachkurzem Aufenthalte in dem vielfach heimgesuchten Vaterlande im Nov. 1813reiste er mit seinem Vater und seinen Geschwistern wieder nach Prag, wo er
*) S. „Europäische Constitutionen^, Bd. 3 (Leipzig 18Z0) und Bd. 1 der neuenAufl. (Leipzig 1332).
Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 8