Friedländer
^Ung^ dung in der dortigen altstädtischen Stadtschule, deren Rector damals der durch seinens anregenden Unterricht seinen Schülern unvergeßliche Johann Michael Hamann, einchtigt^ Sohn des berühmten Johann Georg Hamann, war. Auf der Universität zu Königs-rufe ^ v berg setzte F. das stets mit Liebe getriebene Studium der alten und neuern Sprachen> fort und hörte philosophische Vorlesungen, namentlich bei dem geistreichen Kraus.Von großem Einfluß auf seine Bildung war seine nahe Verbindung mit einemKreise ausgezeichneter Frauen und strebender junger Männer, deren Seele Maxvon Schenkendorf war. Später ergriff F. das Studium der Medicin und erlangtey w ^ 1812 nach Verteidigung seiner „Dissertntio inau^uralls extübens upllorismos <ie^ zvmuo" die Doctorwürde. In demselben Jahre begab er sich nach Berlin, seine^ medicinischen Studien fortzusetzen, was bis zum folgenden Jahre geschah, in dein' er, an dem Befreiungskriege Antheil nehmend, als Oberarzt bei einem Haupt-
, ^ feldlazareth dem Blücher'schen Corps folgte und in den Lazarethen Oberschle-' sMs, dann in Halle, Wetzlar u. s. w. reiche Gelegenheit fand, die Medicin prak-tisch auszuüben. Er kam 1814 mit den Alliirten nach Paris, nach deren Ab-chMffkn ^ zug er noch zurückbleiben mußte, um die Aufsicht über die in den verschiedenen^ Hospitälern der französischen Hauptstadt zurückgelassenen verwundeten und krankenPreußen zu führen. Seinen sechsmonatlichen Aufenthalt in Paris benutzte erW steißig, um die gelehrten Anstalten, Sammlungen, Hospitäler u. s. w. kennen zu?> H/elk» lernen, vorzüglich aber um seinen schon früher in Dresden geweckten KunstsinncHiz'tM- zu befriedigen, wozu der tägliche Besuch des Aluse« Napoleon, des LuxembourgsvchtchrM u. s. w. die beste Gelegenheit bot. Nachdem er im Spätherbst seinen Ab-,!M MM schied als Feldarzt genommen, begab er sich nach Karlsruhe zu se-nem FreundeMrMzr Schenkendorf, wo er einen Theil des Winters verlebte, und wo der Umgang mitÄkmW Frau v. Krüdener, Jung - Stilling, Ewald nicht ohne großen Einfluß auf ihn undmtMü auf sein ganzes ferneres Leben blieb. Von Karlsruhe ging er über MünchenümDch« nach Wien, hauptsächlich um hier den Unterricht des berühmten Beer in der Au-MrM genheilkunde zu genießen und seine medicinische Ausbildung zu vollenden. Auch.seAM: während seines halbjährigen Aufenthalts in Wien setzte er in den dortigen rei-M öffentlichen und Privatsammlungen das Studium der bildenden Kunst eifrig
- fort, sich zur Reise nach Italien vorbereitend, die er im Sommer 1815 antrat.. Nachdem er fast ein Jahr in Italien zugebracht, kehrte er nach Berlin zurück,
^ - wo seiner frühen Neigung zum akademischen Leben die ihm gegebene Veran-lassung, sich in Halle als Privatdocent der Medicin zu habilitiren, sehr erwünschtkam. Er wurde 1819 zum außerordentlichen und 1823 zum ordentlichen Pro-fessor in der medicinischen Facultät zu Halle ernannt. Hier hielt er erfolgreiche
- Vorlesungen über Encyklopädie und Methodologie der Medicin, Anthropologie,Psychiatrie, allgemeine Pathologie und Pharmakologie, auch über den Hippo-
und Celsus, stets bemüht, dem handwerksmäßigen Treiben in der Wissen-entgegenzuwirken. Von seinen Schriften sind zu nennen: „De Institution«aiiM» Al! meäicinam litirl ckuo" (Halle 1823), welches Buch am meisten F.'s wackere
und achtbare moralische und wissenschaftliche Richtung erkennen läßt. Seine„?unäamenta eloctrinae patkologicae" (Leipzig 1828) sind, wie die vorge-nannte Schrift, im besten Latein geschrieben und beide Werke werden auf nieh-heniNls reit Universitäten den Vorlesungen zu Grunde gelegt. Schon 1818 warenseine „Ansichten von Italien" (2 Bände) erschienen, in denen F. namentlich dieFrüchte seiner Studien über die bildende Kunst anziehend und auf eine WeiseM ^ zusammengestellt hat, der man es wohl ansieht, daß es ihm Ernst mit dieser Rich-tung, und alles Gepränge daraus verbannt sei. Zu dem ,,Conversations-Lexikorst
Blättern für literarische Unterhaltung" und der „Allgemeinen Literaturzeitung"
F hat er viele Beiträge geliefert; an mehren Zeitschriften und namentlich an den„Blättern für literarische Unterhaltung" und der „Allgemeinen Literaturzeitung"< ^ ^ fleißiger Mitarbeiter. Bei letzterer wurde ihm nach dem Tode des Pro-