Freytag
der fürstliche Reisende zum Theil schon in seiner 1820 erschienenen Reisebeschreübung mitgetheilt hat. Der Prinz hat, um F.'s Andenken in der Wissenschaft zuverewigen, eine in Rio Pardo an der Ostküste von Brasilien in Palmbäummvon F. entdeckte neue Fledermaus, für welche er ein eignes neues genus bildet,Oiclitlui-Ils ?reireisü genannt. Die gemeinschaftliche Reise ging an der OstküsteBrasiliens hin, bis zur Villa St.-Joa di Mucuri, wo man sich am 3. Febr. 1816trennte, da F. eine andere Exkursion als der Prinz beabsichtigte. Anfangs Maitrafen sie am nämlichen Orte noch einmal zusammen, gingen bis Villa Vicoza,durchstreiften die umliegende Gegend wahrend mchrer Wochen und nahmen daselbstam 15. Zun., als der Prinz seine weitere Reise nordwärts fortsetzte, abermals Ab-schied. F. blieb mit seinen Leuten am Mucuri zurück und machte von da naturge-schichtliche Excursionen bis nach Bahia,wo er im Mai 1817 zum letzten Male demaus dem Innern zurückkehrenden und sich nach Europa einschiffenden Prinzeir Ma-ximilian begegnete. F. nahm nun seinen gewöhnlichen Aufenthalt in dieser Gegend,fast immer mit seinem Freunde Sellow zusammenlebend, und legte große Samm-lungen an, worunter viele bisher unbekannte Thiers sich befinden, aus welchen erSendungen nach Moskau, Stockholm, Berlin, Leyden und an die wetterauscheGesellschaft besorgte. Mit den verwickelten Angelegenheiten einer von ihm und ei-nigen Theilnehmern gegründeten Colonie allzu beschäftigt, hatte F. die längst beab-sichtigte und vorbereitete Reise, den Amazonenfluß hinauf in das Innere von Bra-silien, stets verschoben. Jene hauptsächlich für Deutsche bestimmte Niederlassung,nach der östreichischen Prinzessin Leopoldine, Kaiserin von Brasilien, Leopoldinagenannt, hatte er zwischen dem 18. und 19. Breitengrad am Flusse Peruipe, nichtweit von Vicoza, mit Sach- und Ortskenntniß gegründet. Die vielen Hindernisse,welche anfänglich seinem Unternehmen entgegentraten, scheint er zuletzt glücklichüberwunden zu haben. Hauptsächlich in der Absicht, seinen Landsleuten einegenaue Schilderung Brasiliens mitzutheilen, erschien seine interessante Schrift:„Beiträge zur nähern Kenntniß des Kaiserthums Brasilien", deren Vorrede ausRio Janeiro vom Januar 1824 datirt ist. Mitten in so rastloser Thätigkcit zuErweiterung der Naturkunde durch Sammeln und Beobachten, mitten im Stre-ben, sich nach einem unruhigen, sorgenvollen Jugendlcben ein schönes Ruheplätz-chen für die Tage des Alters zu gründen, überraschte F. auf seiner Pflanzung in derEolonie Leopoldina am 1. April 1825 ein frühzeitiger Tod. Er hinterließ eine inBrasilien geborene Portugiesin als Witwe und ein Kind. Deutsche Freunde be-gleiteten seine Leiche nach der nahe gelegenen Villa Vicoza am Flusse Peruipezur Ruhe.
Freytag (Georg Wilhelm), ordentlicher Professor der morgenlandischenSprachen zu Bonn. Er studirte in den Jahren 1815 —18 das Arabische undPersische zu Paris unter der Anleitung Silvestre de Sacy's, und hat sich seit-dem besonders mit der arabischen Literatur beschäftigt. Seine „8elecw ex bist«-rin Unledi" (Paris 1819) enthalten ein Bruchstück aus dem arabischen Ge-schichtschrciber Kemül eddm, mit Übersetzung und reichhaltigen Noten. Späterlieferte er noch ein paar Bruchstücke aus demselben Schriftsteller, z. B. in seinerkleinen arabischen Ehrestomathie: „l^ucmuni lutzulue et ylura Ivcu ex coclicibusmuximnm yurtein tüswrieis selecta" (Bonn 1823). Auch gab er das von Kaabben soheir verfaßte Lobgedicht, welches den Mohammed preist, nebst einigen an-dern Gedichten, im I. 1822 zu Bonn heraus. Er unternahm hierauf die Aus-arbeitung eines neuen arabisch-lateinischen Wörterbuches, ein Werk, welches schonlange Bedürfniß gewesen war und eine nichtgeringe Arbeit erfodert. Er besuchte zurBenutzung handschriftlicher Werke für dieses Lexikon die Bibliotheken von Paris,Leyden und Kopenhagen, und begann dann die Ausführung desselben. Der erste undzweite Band erschienen unter dem Titel: „Mexico» ural/ico-Iatinum praesertim ex