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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
102
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102 Freireiß

nach Freiberg versetzt und anfanglich mit der Organisation des peitzer Eisenwerkesund der Direction der Verkohlung in den Ämtern Wolkenstein und Lauterstein be-auftragt, im November desselben Jahres aber als Assessor des Oberberg- und Ober-hüttenamtes angestellt. Wahrend der mehrjährigen Abwesenheit des damaligenBergrathes, Freiherrn von Herder, besorgte er dessen commissarische Direction desBlaufarbenwesens und des Eisenwerkes Wolfsgrün, übernahm 1809 einen com-missarischen Auftrag und 1814 eine Deputirtenstelle zur technischen Leitung dergewerkschaftlichen Salinen zu Teuditz und Kötschau, und 1818 die Besorgung derAngelegenheiten der Societät des Messingwcrkes zu Niederauerbach. Als Mit-glied des Oberbergamtes wurden ihm, außer den laufenden Geschäften und denRevisionen mehrer Bergamtsreviere, besonders die Revision des freiberger Hüt-tenwesens, sowie nach Werner's Tode die Ordnung seines wissenschaftlichen Nach-lasses und auf einige Zeit die Oberaufsicht über die bergakademischen Sammlungenübertragen. Obgleich feit 1808 von Eisleben entfernt, wurde er doch von dereisleben-mansfeld-hettstadtec Gewerkschaft zu einem ihrer Deputirtcn gewählt,welche Function er, mit Genehmigung der beiderseitigen Regierungen, noch fort-während versieht. 1810 wurde er, in Folge einer ihm aufgetragenen Revisionder königlichen Porzellanfabrik und Poterie, vom Könige Friedrich August zumBergraths, 1817' von der Universität Marburg bei Gelegenheit des Reformations-jubiläums zum Doctor der Philosophie, 1828 zum Ritter des Civilverdienst-ordens und zum correspondirenden Mitglieds der berliner Akademie ernannt. Nach-dem F. die 1817 erschienenen, gehaltreichenBeitrage zur mineralogischen Kennt-niß von Sachsen", sowie einen wissenschaftlichen (später von einem seiner ältestenFreunde, dem Staatsrath von Fischer, französisch herausgegebenen) Katalog seiner,an die Universität Moskau verkauften Mineraliensammlung bearbeitet hatte, be-gann er 1828 die Herausgabe seinesMagazins für die Oryktographie vonSachsen", eines Werkes, in welchem ein ganz außerordentlicher Reichthum vonSachkenntniß und Localkunde und eine erstaunenswerthe Masse von Literaturmit ebenso viel Fleiß als Kritik zusammengestellt ist, und zu dessen Fortsetzungund Vollendung es dem würdigen Verfasser nicht an Zeit und Gelegenheit feh-len möge. (19)

Frei reiß (Georg Wilhelm), wurde zu Frankfurt am Main den 12. Jul.1789 geboren, der Sohn unbemittelter Altern, die jedoch keine Mühe und Sorg-falt für die Erziehung ihrer Kinder scheuten. Schon früh war es ein Lieblingstriebdes Knaben, Pflanzen und Steine zu sammeln, Thiere einzufangen, zum Auf-bewahren zuzubereiten und sich dabei über deren Kennzeichen, Eigenschaften undLebensweife zu belehren. Der Verkauf von Schmetterlingsspiegeln, den er alsKnabe betrieb, und eine ausgedehnte Seidenwürmerzucht mußten ihm das Geldzur Anschaffung von Büchern und andern Erfodernissen zu seiner Ausbildungliefern. Als Lehrling in einem Handelshause suchte er doch seine Neigung für dieNaturwissenschaft fortwahrend zu befriedigen, indem er sich einer naturhistorischenGesellschaft junger Freunde anschloß. Durch seinen naturwissenschaftlichen Eiferempfahl sich F. vornehmlich dem Hofrath Meyer zu Ossenbach, der ihn liebgewann.Diese Bekanntschast war für F. von wichtigen Folgen und entschied gewisserma-ßen über sein ganzes künftiges Leben. Einige Zeit nachher kam der nachmalige russischeGeneralconsul von Langsdorf nach Ossenbach und eröffnete Meyer seinen Plan zueiner naturwissenschaftlichen Reise nach der asiatischen Tatarei und Persien, undseinen Wunsch, einen Gehülfen zum Begleiter zu haben, welcher das Einsammelnund Zubereiten von Thkeren verstände, zugleich aber die Verrichtungen eines Be-dienten versähe, ohne jedoch wie ein solcher behandelt zu werden. F. war froh, derErreichung feines Wunsches, sich ganz der Naturgeschichte zu widmen, auf dieseWeise näher zu kommen, nahm den ihm gemachten Vorschlag an und beachtete