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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
101
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Freiesleben 5l)1

des glücklichen Handels früherer Zeiten erfreut, fo wird doch bei den Unternehmun-gen des Hauses das Wohl derjenigen Landslcute, die Unterstützung bedürfen, nieaus den Augen gefetzt. Die Leitung der Geschäfte steht jetzt unter dem Kammer-rath Frege, dessen ältestem Sohne Christian Gottlob, dem Schwager des Vaters,Christian Adolf Meyer, und seinem ältesten Sohne.

Freie Sleben (Johann Karl), sächsischer Bergrath und Oberberg- auchOberhüttenamtsassessor, geboren zu Freiberg den 14. Irin. 1774. Von wackernAltern und zwei Großvätern aus dem Bergmannsstande erzogen, richtete er seinenSinn frühzeitig und eifrig auf das Bergmannsleben, an dessen mannichfaltigenBeschäftigungen er schon als Knabe durch periodische Handarbeiten thätigen An-theil nahm. Seit 1789, besonders aber während seiner bergakademischen Studien(1790 92), wirkte Werner durch sorgsame Leitung und mannichfaltige Übungin mineralogischen und bergmännischen Arbeiten für F.'s wissenschaftliche Ausbil-dung, welche durch diese väterliche Theilnahme des großen Mannes, durch die freieBenutzung seiner Bibliothek und der Bücherfammlung des nachherigen Buchhänd-lers Gerlach, sowie durch den freundschaftlichen Verkehr mit mehren, damals in Frei-berg ftudirenden ausgezeichneten jungen Männern des In- und Auslandes sehr ge-fördert wurde. 1791 machte F. theils mit Leopold von Buch, theils mit vonSchlotheim einige Reisen in Sachsen und Thüringen, worüber Bemerkungen imBergmännischen Journal" und in Lempe'sMagazin fürBergbaukunde" erschie-nen, und als Alexander von Humboldt auf die Bergakademie kam, wurde ihm F. vonWerner zum Begleiter auf seinen ersten bergmännischen und geognostischen Manderungen beigegeben. In den Jahren 179294 siudirte F. in Leipzig Jurispru-denz und machte nebenbei in den Ferien einige Reisen nach Thüringen und dem Harz,in deren Folge er 1794 im Namen der Linne'schen Societät eine kleine Schrift überden Schillerspath und 1796 ein größeres Werk über den harzer Bergbau heraus-gab. 1796 besuchte er das Fichtelgebirge und unternahm auch in Humboldt's Ge-sellschaft eine Reise in die schweizer und savoyer Gebirge, von deren weiterer Fort-setzung ihn jedoch die Nachricht abhielt, daß er als Bergamtsassessor in Marienbergangestellt werden solle. Hier fand er bei mehren schwierigen Ausführungen desdamals schwunghaften marienberger Bergbaues die mannichfaltigste Gelegenheitzu praktisch-bergmännischen Erfahrungen, die sich noch vermehrte, als ihm 1797 dieAssessur in den Bergämtern Geyer und Ehrenfriedersdorf, und 1799 die Stelleeines Bergmeisters in den Revieren Johanngeorgenstadt, Schwarzenberg und Ei-benstock übertragen wurde. Nur wenige Zeit blieb ihm während dieser und dernächstfolgenden Jahre zu wissenschaftlichen Arbeiten, da er schon 1800 als Berg-commissionsrath und Director des mansfeldischen und thüringer Bergbaues nachEisleben berufen wurde, woselbst er die unter den Bergleuten ausgebrochenen Un-ruhen bald nach seinem Antritte beseitigte, und sich, außer mehren, zum Theilschon vom Bergrath Tölpe eingeleiteten Verbesserungen des mansfelder Bergbauesi vorzüglich mit der Gründung von Bergmagazinen, mit manchen Veränderungen des

Saigerhüttenwesens, mit bedeutenden Stölln- und Schachtbauen und mit derEinrichtung der noch jetzt bestehenden Metallhandelsanstalt beschäftigte. Zugleicherhielt er von den Besitzern des sangerhäuser Bergwerkes den Auftrag zur Direktiondesselben, die er noch gegenwärtig besorgt. Daß F. aber in dieser Zeit auch für dieWissenschaft fortwährend thätig blieb, beweist vorzüglich das für die Geognostehöchst wichtig gewordene und als elastisch anerkannte Werk:Beiträge zur Kennt-niß des Kupferschiesergebirges" (4 Bde., 1807 15), welches er während sei-nes Aufenthalts in Thüringen bearbeitete. Die, noch vor Abtretung Mansfeldsan Westfalen vom Könige Friedrich August erhaltene Zusicherung der Reservationfür den sächsischen Dienst bestimmte ihn, sowol damals als auch später mehre^ehr ehrenvolle Anträge des Auslandes abzulehnen. So wurde er im Jul. 1808