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Französische Literatur
Feld der Geschichte, das hier zuerst schon durch die Mannichfaltigkeit der Er-scheinungen unsere Aufmerksamkeit auf sich zieht. Hauptsachlich wurde die Ge-schichte Frankreichs, des Mittelalters und der neuern Zeit mit besonderm Eiferund vieler Vorliebe bearbeitet, und ein Neichthum von Materialien dafür heran-gezogen. Die ^callemie Ues inscription8 et del!e8-lettres setzte die im vorigenJahrhundert begonnene Sammlung der „Historiens «les (Üaules et lle I»Trance", die bereits 18 Foliobande zahlt, und die nicht minder wichtige undbandereiche Sammlung der „Oräonnances ttes rois de Trance" fort. Derthätige und unternehmende Guizot gab in einer von mehren Verfassern her-rührenden Übersetzung die altern Specialgeschichtschreiber Frankreichs von Gre-goire de Tours an tinter dem Titel: „(lollectiou de memoire? relatils i»1'llistoire de illrance" sin welchem Titel er den Ausdruck memoire? im unci-gentlichen Sinne gebrauchte), mit Hinzufügung historischer und literarischer No-tizen heraus; auch unternahm er eine Sammlung und Übersetzung der auf dieenglische Staatsumwälzung von 1688 sich beziehenden Geschichtswerke. WieGuizot die altern, so sammelte Buchon die spatern Geschichtschreiber Frank-reichs, wie Monstrelet und Froissard, unter dem Titel: „Collection de8 cllro-uigues nationales". Auch wurde die Arbeit der Benedictiner von St.-Mam:„Xrt de verilier les dates", wieder neu aufgelegt, und unter Mitwirkungmehrer Schriftsteller, wie Lacretelle, Marchangy u. A., bis auf unsere Zeitfortgesetzt. Durch all diese bedeutenden Vorarbeiten unterstützt, begann der geist-reiche Sismondi, den umfassendsten Plan sich vorzeichnend, seine französischeReichs-geschichte unter dem Titel: „Histoire des?ralihais", von der bis jetzt 12 Bandeerschienen sind. Das Tressliche an dieser Arbeit ist, wie an allen frühern Sis-mondi's, daß er, jederzeit aus den Quellen selbst schöpfend, sich in seiner Dar-stellung der Thatsachen nie von dem Urtheil seiner Vorganger leiten und überallden Maßstab der Humanität und Gerechtigkeit in seiner historischen Auffassungganzer Völker und einzelner Charaktere vorwalten läßt. Auch Dufau beschäf-tigte sich mit der Geschichte Frankreichs, indem er das von Velly, Villar.tund Garnier begonnene und bis auf 30 Bände gebrachte Werk fortsetzte,aber nur bis zur Regierung Heinrichs IV. einschließlich. Auch an tresslichenMonographien der französischen Geschichte hat es nicht gefehlt. Mignet lie-lieferte eine Geschichte der Ligue, Lacretelle schrieb eine Geschichte der Religions-kriege, Capesigue behandelte die Geschichte Philipp Augusts und begann eineGeschichte der Regentschaft in Frankreich, wovon bis jetzt die ersten zwei Bandeerschienen sind. Großen Beifall fand Barante mit seiner Geschichte der Her-zoge von Burgund aus dem Stamme Valois, die er in dem weitschweifigen,aber naiv erzählenden Tone der Chroniken schrieb. Thierry, der Verfasser derGeschichte der Eroberung Englands durch die Normannen (in welchem Werkeihn jedoch das Streben, die Begebenheiten der spätem Zeit aus dem Hasse derunterdrückten Angelsachsen gegen die Normannen zu erklären, offenbar zu weitgeführt hat), gab „I,ettres 8ur I'llistoire de krance" heraus, sowie Guizot„Lssais sur I'llistoire dekrance". Von dem republikanisch gesinnten Thouzeterschien ein nachgelassenes Werk: „^.llrege des revolittions de I'aueien gau-vernewent franyais". Daru, der Verfasser der Geschichte der Republik Ve-nedig, schrieb in drei Banden die Geschichte der Bretagne, zum Theil nach! mdschriftlichen Urkunden. Eine merkwürdige Erscheinung ist Dulaure's Ge-schichte der Stadt Paris, worin sich ein grelles Gemälde der Barbarei vergan-gener Zeiten sowol in den Zuständen der Regierung als des Volkes vor meröffnet. Von Lemontey, der früher bereits einen Versuch über die Reglern^Ludwigs XIV. herausgegeben hatte, erschien nach seinem Tode eine auf NapoleonsBefehl nach archivalischen Quellen verfaßte Geschichte der Regentschaft und
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