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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
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95
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Französische Literatur 95

d? zerrtesten Fiebergestalten gebiert, auf einem moralisch untergrabenen Boden, aus" dem nur glanzende Scheinbilder des Lebens hervorgehen, die in sich selbst ohnealle Dauer sind. In Balzac'sBeau cke cka^rlu" zeigt sich vielleicht derGipsel moralischer Entartung, und doch ist diesem Schriftsteller ein bedeutendesTalent der Charakterschilderung nicht abzusprechen. In den wilden Sprüngenseiner grotesken Phantasie zeigt sich Balzac durchaus als ein französischer Hoff-mann, den er in der Meisterschaft des Schrecklichen ohne Zweifel noch über-trifft. Seine neuesten Novellen:Pontes Krüns, pur uns tote a 1'envers",tragen alle Licht- und Schattenseiten seines Talents an sich. Ihm sehr ver-wandt ist Jules Janin. Sein erstes Werk war dieBemme Aulllotmöe",das durch die Wunderlichkeit und Bizarrerie ihrer Composition in ganz Frank-reich Aufsehen erregte. Darauf folgte die Novelle:Ba eonfesslou", eineohne Zweifel ergreifende und treffliche Schilderung, die nicht zu ihrem Nach-theil an Victor Hugo'sBe ckermer jour ck'un coiulamne" erinnert. Seinneuester größerer Roman:Larnave", eine Revolutionsgeschichte, hat wenigerden Beifall des Publicums erhalten, obwol er regelmäßiger gearbeitet ist als alleseine frühern Productionen. Michel Raymond schildert in ahnlicher Maniervorzugsweise pariser Lebensverhältnisse in skizzenhaften, aber sehr energischenZügen. Am bekanntesten sind seineBegebenheiten Daniels des Lapidaristen"geworden, talentvolle, aber ebenfalls moralisch unterhöhlte Darstellungen.Wahrend die genannten Romandichter das Gräßliche in der Mitte des geselligenund politischen Lebens aufsuchen, verlegt dagegen Eugene Sue seinen Schau-platz am liebsten auf das Meer und sucht den Schauder durch HaarstraubendeSeegemalde, Seeräubergefechte und ahnliche, nicht ohne Leben gemalte Ges-nerien hervorzulocken. Am gelesensten sind seinSalamanckre",Blick etBlock",und^.tar (Zoll". Auch der geistreiche Victor Hugo stöhnte in seinen Ro-manenLux ^ar^al" undHau ck'lslancke" dem Gespensterhaften, Blutigenund Schaudererregenden. Ansprechender als die genannten wurde einer seinerneuern Romane:lVotre Dame cke Baris", gefunden. Unter den Anhängernder romantischen Schule scheint Alfred de Vigny sich mit dem meisten Glück imGebiete der Nomandichtung versucht zu haben. Sein Hauptwerk istBe cmymars", ein Roman, der nicht mit Unrecht von den Romantikern so enthusiastischgefeiert wurde. Der neueste Roman dieses Dichters istStello", in dessen Dar-stellungsweise er die Manier Sterne's und Hossmann's zu verschmelzen gesuchtN hat. Paul de Kock's Romane, die er in großer Anzahl liefert, setzen die schlüpfrigeP Gattung fort, welche Pigault-Lebrun in seinen neuern, im höhem Alter ge-U schriebenen Romanen, die an Zügellosigkeit ganz seinen stühern gleichkommen,B nicht mehr mundrecht zu machen vermag. Andere gelesene Romanschrist-steller der neuesten Zeit sind Charles Nodier; der Bibliophile Jacob, der zuerstl,i durch seineSolrees cke Walter Scott" bekannt wurde und seitdem zu den^ fruchtbarsten Schriftstellern Frankreichs gehört; Delatouche, bekannt durch seine^Bragoletta"; Merville, dessenBaron cke l'Bmpire" sich in die Reihe der po-litisch gefärbten Romane stellt. Auch d'Arlincourt fuhr in neuester Zeitfort, in seinem gewohnten bombastischen Style Romane zu liefern, unter denensein neuester:Bes rekelles sous (lkarles V", der gewissermaßen eine politischeAllegorie der gegenwartigen Zeitverhaltnisse darbietet, viel Aufsehen gemacht? hat. Die Romane gehören jetzt in Frankreich zu den zahlreichsten Producten^ ^er Presse, und es ist interessant zu sehen, wie diese Gattung auch hier, wie jetztcall, und vornehmlich in Deutschland, zu einer so umfassenden Form ausgebildet5-,, die alle Zeitrichtungen in sich aufzunehmen und widerzuspiegeln vermag.

Gehen wir jetzt, nachdem wir die neuern poetischen Bestrebungen der< Franzosen charakterisirt, zu ihren wissenschaftlichen über, so ist es vor Allen das