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Zweiter Band (1833) F bis L
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Französische Literatur

erlangt. Ähnlicher Art ist Merimee's(Aroniqne cke 1672". Der letztgenannteDichter zeigte sich auch sonst als Dramatiker thätkg, obwol er durchaus nicht aufdie Bühne Rücksicht nimmt, sondern, wie in seinemIkeätre cke Olura (is-ml",seiner Phantasie ganz freien Lauf zu lassen pflegt.

Mehr noch als in der dramatischen, haben die Franzosen in der lyrischenP o e s i e neuerdings Eigmthümliches hervorzubringen gestrebt, und es scheint,als wäre es ihnen in diesem Gebiete bisher am meisten gelungen. Lamartine'sAläckiwtious", sowie seineLurmvnies religieuses et zm^ticjues", die eine be-geisterte und seelenvolle Schwärmerei athmen, und Victor Hugo'sOrieuwles"und besonders seinel^euilles ck'automlie" sind echt poetische Blüten der Lyrik,die unter trüben Zeitvcrhältnissen wie ein Wunder entstanden zu sein scheinen.In Hugo's Liedern spricht sich die sanfteste und ungekünsteltste Empfindung,Ernst und Ruhe des Gedankens und vor Allem eine Reinheit des Gemüthsaus, die den wohlthätigsten Eindruck hinterlaßt. Diesen beiden Dichtern schloßsich in der Lyrik eine zahlreiche Nachfolger- und Jüngerschaft des romantischenGeschmacks an, obwol ihnen Viennet, Guiraud u. A., vornehmlich aber Baour-Lormian, welcher in seinenSstires" den Romanticismus heftig bekämpfte,als Verfechter der Classicität, auch der lyrischen Poesie entgegentraten. Höchstdemerkenswerth ist aber in der neuern französischen Lyrik die vorherrschende po-litisch-satirische Richtung, die sie seit der Zeit der Restauration zuerst durch denliebenswürdigen Be'ranger empfing. Weder Romantiker noch Classiker, zeigter sich in seinen Liedern durchaus ganz in echt nationaler Anmuth und Scharfedes Geistes, und die Gefahr, die seinen Gedichten unter den Bourbons beige-legt wurde, indem er wegen der in denselben enthaltenen Aufreizungen mehr-mals vor Gericht gestellt und verurtheilt wurde, diente nur dazu, ihre allge-meine Verbreitung im Publicum zu befördern. Einen schneidendem Charakternimmt die politisch-satirische Poesie in Barthelemy's Gedichten an; er liefertemit seinem Dichterfreunde Me'ry zusammen dieVillele'icke" und ahnliche ko-misch-heroische Gesänge, die mit scharfen Stacheln des satirischen Liberalis-mus in die Zeitverhaltnisse eingreifen; ja er begann sogar eine satirische Wo-chenschrift (Satire debtioma^aire) unter dem Titel:Nemesis" herauszugeben,und unternahm in seinenI^es ckou-ejouinees cke !a revolution" eine ausführ-liche poetische Darstellung der Revolution. In der neuesten Zeit zur Partei desluste Milieu übergegangen, hat er, wie früher eine Vertheidigung vor dem Ge-richtshofe, jetzt auch eine Apologie seines Abfalls in poetischer Form gegeben. Dielambes" von Aug. Barbier tragen eine gewisse Gewaltsamkeit der satirischenBegeisterung an sich, die aus einem tiefen Groll gegen die gesellschaftliche Ent-artung des Zeitalters hervorgeht und sich nicht selten in zu schroffen und bizarrenÄußerungen entladet. Viennet's politische Episteln sind ebenfalls voll Scharfeund beißender Satire. Derselbe Verfasser lieferte auch ein episches Gedicht:I^a?kilippicke", worin er den Ariosto nachahmte. Einige andere epische Versuche derneuesten französischen Poesie sind eine Behandlung desselben Gegenstandes, desLebens Philipp Augusts, Königs von Frankreich, von Parceval, diecluroleiäe"von d'Arlincourt, ^alellonie" von August Fabre, die jedoch bereits wiederder Vergessenheit überliefert sind. Creuse de Lesser nahm sich in seinen (ursprüng-lich unter der ÜberschriftI.u clrevalerie" verbundenen) RittergedichtenPsble, nucke",^mackis 6es Gaules" undHolsnck" ebenfalls den Ariosto zum Muster.

Am angebautesten und fruchtbarsten zeigt sich in neuester Zeit das Feldder Romane, die ebenfalls in den meisten Erscheinungen eine politische Partei-farbc annehmen oder wenigstens Hervorstechendes in den Aeitverhaltnissen sichzu ihrer Grundlage wählen. Im Ganzen befinden wir uns aber in den neuestenfranzösischen Romanen in einem Reich des Extremen, das nicht selten die ver-