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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
83
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die Vereinigung von 50 Hauptactionnairs, welche für 250,000 Fl. kleine Actienin Umlauf setzten, und daraus und sonst den ganzen Actienfonds auf 500,000 Fl.begründeten. Als dieser erschöpft war, nahmen sie die zur Vollendung des Werksnöthigen Capitalien unter solidarischer Verpflichtung auf(der Kaiser streckte 200,000Fl. vor) und brachten den Bau mit einem Aufwände von etwa 3 Millionen Gul-den zu Stande, wozu in der Folge noch eine Ausgabe von ungefähr 200,000 Fl.für die längs dem Canale nöthigen Gebäude kam. Das vollendete Schlußwerk,die Hauptschleuse bei Szant Tomas, ward nach dem Plane des Landesbaudirec-tors von Heppe erbaut. Anfangs betrug die Zollgebühr 4 Kreuzer für den Cent-ner auf eine Meile, wurde aber später auf das Doppelte erhöht. Die Actiengesell-schast verlor jedoch den Much die Sache fortzusetzen, obgleich ihr der Kaiser 15,000Fl. C.-M. jährlichen Zuschuß zugesichert hatte, weil ein schon im Jahre 1823erfolgter Durchbruch der großen Donau, die Donau-Serpentine, worin der Canalbei Monosztorzey ausmündete, zu versanden und ihn ganz von der Donau abzu-schneiden drohte, und die ihr geschehenen Vorschläge zur Abhelfung des Übelstandeszu kostspielig vorkamen und weil man überhaupt in Wien bei den Behörden dievorgefaßte Meinung äußerte, daß der ganze Canal wegen seiner organischen Fehlerunhaltbar sei. Die ungarische Hofkammer wollte sich daher auch auf keine Ablö-sung einlassen, und die Aktiengesellschaft entschloß sich deshalb 1827, den Canal alsein Geschenk dem Kaiser darzubieten. Die Versandung der bezüglichen Donau-Serpentine hatte zwar inzwischen immer gefährlicher zugenommen, jedoch denVerkehr und den reinen Ertrag nicht wesentlich vermindert. Nach manchenAwischenverhandlungen trug der Kaiser 1830 dem Landesoberbaudirector Rauch-müller von Ehrenstein die Localuntersuchung des Canals und die Beantwor-tung der Frage auf: ob und mit welchen Mitteln der Franz-Canal schiffbar erhaltenwerden könne. Dieser geschickte Mann unterzog sich sofort dem Geschäft und erstat-tete unterm 15. März 1831 seinen gutachtlichen Bericht, welcher im Wesentlichendahin aussiel, daß der ganze Canal nicht nur im besten Zustande sei, sondern daß auchder durch den Durchbruch der großen Donau gedrohten Versandung der Serpentinedadurch gründlich begegnet werden könne, daß man den Canal verlängere und höherhinauf bei Batina durch eine neue Schleuse in völlig sichere Verbindung mit dergroßen Donau setze; wofür er die Kosten auf 400,000 Fl. C.-M. anschlug. Dader Canal noch jetzt jährlich 125,000 Fl. C.-M. reinen Ertrag abwirft, so läßt sich beider Intelligenz der Regierung mit Sicherheit voraussehen, daß die bis jetzt nochnicht entschiedene Frage über das Fortbestehen des Canals zur Ehre der Machthaberund zum Wohle des Landes, namentlich des Banats und des bäcser Comitats, sichschnell lösen werde. (63)

Franzen (Frans Michael), ein ausgezeichneter schwedischer Dichter, ist viel-leicht der nördlichste aller namhaften Schriftsteller in der ganzen civilisi'rten Welt, dennsein Geburtsort ist die Stadt Weaborg in Finnland, wo er am 9. Febr. 1772 ge-boren wurde. Er erhielt seine wissenschaftliche Ausbildung in Abo, erwarb dort1789 den philosophischen Lorber und wurde bereits in seinem zwanzigsten Jahredaselbst Docent. Als Dichter ward er zuerst 1794 bekannt, als ihm die schwedi-sche Akademie den Lundblad'schen Preis zuerkannte, von der er 1797 wegen einesGedichts über den Grafen Creutz auch den großen Preis erhielt. Diese Dichtungwar es, welche eigentlich seinen Ruhm begründete, nicht nur als Preisdichtung,sondern auch wegen ihres eigenthümlichen, davon unabhängigen Werths, indemsie sich ganz frei von jener schwülstigen und unnatürlichen Manier zeigte, die da-mals in Schweden fast allein für Poesie galt und von dieser Akademie gekrönt zu wer-den pflegte. Schon vorher hatte F. während der Jahre 1795 und 1796 eine Reisedurch Danemark, Deutschland, Holland, Frankreich und England unternom-men. Noch wahrend seiner Abwesenheit erfolgte seine Ernennung zum Universi-

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