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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
67
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Frankreich seit dem Jahre 1829 67

Gatten und Gattinnen derselben auf ewige Zeiten vom französischen Boden ent-fernt; sie können keine bürgerlichen Rechte genießen noch erwerben, und müssenihre Güter verkaufen. Dagegen verwarf die Pairskammer am 3. Marz mit78 gegen 56 Stimmen den von der Wahlkammec angenommenen Vorschlag,das Gesetz aufzuheben, welches den 21. Januar zu feiern befahl, und am 28.Marz mit 78 gegen 43 Stimmen das von der Deputirtenkammer angenom-mene Ehescheidungsgesetz. Die Gesetzvorschlage über das Avancement in derLandarmee und in der Marine wurden zu Gesetzen erhoben; die Vollziehung desGesetzes vom 2 t. Marz 1831 aber, die Organisation der Municipalverwaltungbetreffend, im April 1832 gesetzlich bis zum 1. April 1833 prorogirt. InBetreff der fremden Flüchtlinge, welche der Regierung manche Besorgniß hinsicht-lich der öffentlichen Ruhe erregten, wurde nach lebhaftem Kampfe das Gesetz vom21. April gegeben, wodurch die Regierung das Recht erhielt, sie von Paris ent-fernt zu halten, ihnen Depots anzuweisen, auch sonst ihre Stellung in Frankreichzu bewachen, selbst sie aus Frankreich zu verweisen. Noch gedenken wir der Ab-änderungen des Strafgesetzbuchs und des Criminalverfahrens, nach welchen dieStrafen der Deportation, des Prangers, des Handabhauens und des Brandmar-kens abgeschafft wurden; auch ward jede Strafe für Anmaßung von Adelstitelnabgeschafft, indem der Unterschied der Stande durch keinen Artikel der Charte aufge-stellt sei; ferner des Gesetzes vom 17. April über den Schuldarrest und andere Ver-haftnehmungen, und des Gesetzes wegen Ausführung des Pyrenaencanals, der nachBayonne führen soll, um die Hindernisse der Schifffahrt auf der Garonne zu ver-meiden. Die Lotterieanstalt sott allmälig eingehen und vom 1. Jan. 1836 an ganzaufgehoben sein. In Folge der am 1. April 1832 geschlossenen Bevölkerungs-listen ward die Volkszahl von ganz Frankreich, dessen Flachenraum, ohne Corsica,nach dem letzten Berichte der königlichen Katastercommissi'on 9700 geogr. mM.betragt, gesetzlich bis zur nächsten Zahlung auf 32,560,934 Seelen angenommen.Für den Anbau kann noch viel geschehen, da Frankreich mit Einschluß Corsicas an600,000 Hectaren (beinahe 400 lüM.) Morastboden besitzt, wovon auf 13 Depar-tements (den si'ebenundachtzigften Theil des ganzen Flacheninhalts) über die Hälftekommen. Ein wichtiger Gegenstand der innern Gesetzgebung war die Herstellung desallgemein sehr zerrütteten Wohlstandes, wodurch dkeSchuldenlast der Städte außeror-dentlich gestiegen war. Im December 1831 schätzte das „lournal lle?aris" dievon der Deputirtenkammer und den Departements zu Gunsten der arbeitendenClassen (5 Millionen Köpfe) votirten Summen zusammen auf 39 Millionen.Mehren Städten wurde Anleihen zu machen bewilligt, und Paris im März1832 zu einer Anleihe von 40 Millionen berechtigt, welche im Jun. d. I. zu 4,87Zinsen fürs Hundert zu Stande kam. Nach einer neunmonatlichen Thätigkeitward die Sitzung der Kammer von 1831 am 21. April 1832 geschlossen.

Während der Verhandlungen über diese und andere Gesetzvorschläge ereig-nete sich viel, was die Gemüther heftig aufregte und stürmische Scenen in derKammer der Deputirten veranlaßte. Es bildeten sich in jeder Kammer Vereine,deren Mitglieder unter einander den Gang der Debatten verabredeten und sich derLeitung derselben zu bemächtigen suchten; vorzüglich waren in der Wahlkam-Mitglieder der linken Seite und die der sogenannten Reunion I.oin-U tier geschäftig, um dem Ministerium die Majorität zu entreißen. Auch in derPairskammer gab es solche Trennungen und Verbindungen, welche jedoch wenigerleidenschaftlich handelten. Noch als erbliche Kammer hatte sie, in Folge der Chartevon 1830, alle unter derRegierung KarlsX. ernannten Pairs verloren, an der Zahl95; nach der Aufrichtung des Bürgerkönigthums verweigerten 52, unter diesender edle Hyde de Neuville, Chateaubriand und andere ausgezeichnete Pairs, denEid. Später traten der Herzog von Fitz-James und Andere aus, weil sC

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