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Zweiter Band (1833) F bis L
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Frankreich seit dem Jahre 1829

nungen für die Juliushelden, über die Municipalitäten oder das Gemeindcgc-setz, die Gesetze über die Deputirtenwahlen, über die Geschwornengerichl ', die Ab-schaffung des Sacrilegiengesetzes, das Gesetz in Ansehung der Gehalte und Pen-sionen, das Gesetz über das Aufhören des Mandats der zu Regierungsstellen er-nannten Deputirten, das Gesetz über das jahrlich von der Legislatur zu bestim-mende Militaircontingent, das Gesetz gegen Aufruhr, das Gesetz wegen Errich-tung einer Fremdenlegion, und das Gesetz gegen den Sklavenhandel. Ein Gesetz-vorschlag, der viele Leidenschaften aufregte, hatte diesmal kein Resultat. Baudetrug am 12. Marz auf Verbannung (oder bürgerlichen Tod) des altern Zwei-ges der Bourbons an; allein die Commission veränderte dies in Ausschließungvom französischen Boden. Nun ließ Baude seinen Antrag fallen; allein derVicepräsident der Kammer, Delessert, nahm ihn wieder auf. Bei der Abstimmungward die Ausschließung, sowie der öffentliche Verkauf der Güter des alternZweiges der Bourbons, statt binnen sechs Monaten, binnen einem Jahre,mit 210 gegen 122 Stimmen bewilligt, und das Gesetz, welches den TodestagLudwigs XVI. als Feiertag geweiht hatte, von der Wahlkammer aufgehoben. Alleinjener Beschluß erlitt in der Pairskammer einige Abänderungen, und dieser wurde ganzverworfen, sodaß ein Gesetz darüber nicht zu Stande kam. Wahrend die Wah-len begannen, machte der König Reisen in die Provinzen, zuerst in die nördlichen,dann in die östlichen. Überall empfing er Beweise von Ergebenheit; nur seltenvernahm er kühne Äußerungen. Seine edle und würdige Haltung wirkte unstreitigauf die Wahlen vortheilhaft ein.

Der neuen Kammer waren wichtige Arbeiten vorbehalten: zwei Budgets(von 1831 und von 1832) und die Erblichkeitsfrage der Pairie. Auch in dieserKammer bildete sich ein starkes, dem gemäßigten Systeme der Regierung geneigtesCentrum; aber die Opposition war heftiger als je, wozu theils außerordentliche Ereig-nisse, besonders späterhin der Fall von Warschau, der Aufruhr in Lyon, der in Gre-noble und der Aufstand in der Vende'e, theils aber auch die krankhafte Reizbarkeitdes Präsidenten Pe'rier und die unleugbaren Misgrisse in seiner Verwaltung vielbeitrugen. Denn die Festigkeit dieses kraftvollen Mannes ging nur zu oft in Lei-denschaftlichkeit über. Für das Beste des Landes geschah zu wenig, für die Zäh-mung der Freiheit zu viel. Man beschwerte sich laut, daß die Monarchie der Re-stauration sich nähere, und daß nichts Großes, nichts Heilbringendes zu Standekomme. Franzosen kämpften gegen Franzosen, und unter dem Throne des Bürgcr-königs höhlte sich ein doppelter Abgrund aus: die Republik und der Karlismus.Gegen Ludwig Philipp wandte sich jetzt persönlich der Haß der Männer des Julius,und der katholische Klerus verweigerte ihm noch immer das vomiue sslvum iucregem! *)

Am.23. Jul. eröffnete der König die Sitzung der Kammern für 1831. Erkonnte erklären, daß Belgien, dessen zur Bedrohung Frankreichs angelegte Festun-gen geschleift werden sollten, statt mit Holland vereinigt ein Bollwerk der Königegegen Frankreich zu sein, nunmehr der natürliche Verbündete Frankreichs gewor-den sei, dem es sein Dasein und seine Unabhängigkeit verdanke. Eine überauswichtige Verbesserung der politischen Lage Frankreichs! Er kündigte ferner «n,daß die französische Flotte in den Tajo eingedrungen sei und Genugthuung vondem Usurpator Portugals erhalte; daß der Kaiser von Ostreich, sowie Frankreiches verlangt, die römischen Staaten geräumt habe; eine Amnestie, Aufhebung der

*) Das „Xldum lle Is, lüreuse" bemerkte (Anfang Sept. 18Z2): „Zwei Bischöfesind von Ludwig Philipp ernannt und vom heiligen Stuhle bestätigt; dennoch habendieselben bis jetzt noch keinen unter ihren ältern College» finden können, der ihnendie Bischofsweihe ertheilen wollte. Dieser Umstand beweist einen offenen Aufstandder Häupter der französischen Kirche gegen die Juliusregierung."