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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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Frankreich seit dem Jahre 1829

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vom General Lafayette und andern Deputaten vertheidigten Verbindung zu hem-men. Der erste Adjutant des Königs, General Laborde, General Lamarque, derStaatsrath Odilon-Barrot und viele angesehene Manner, die der Association bei-getreten waren, wurden entlassen. Dagegen setzte die Regierung, wahrend Perierdie allgemeine Entwaffnung als das einzige Rettungsmittel des Friedens und derErleichterung der von Staatsschulden und Abgaben gedrückten Völker den Cabi-neten vorschlug, ihre Rüstungen fort. Schon am 10. Marz hatte, in Folge desVorrückens der Ostreicher in Italien, eine königliche Verordnung 80,000 Mannvon der Classe von 1830 zum activen Dienste berufen. Ein Heer sollte sich amFuße der Alpen zusammenziehen; Marschall Gerard ward zum Oberbefehlshaberernannt, und die Deputirtenkammer bewilligte zu dem von Lafsitte bereits im Fe-bruar vorgelegten außerordentlichen Budget (beinahe 220 Millionen) die Eröff-nung eines Crcdits von 200 Millionen. Das ordentliche Budget betrug über 973Millionen; Frankreich hatte also für den Dienst des 1.1831 mehr als 1177Mill. Francs zu bezahlen, und da man die Prüfung des Budgets so bald nicht be-endigen konnte, mußten provisorische Zwölftel zugestanden werden. Auch der Fi-nanzministe verlangte einen neuen Credit von 100 Millionen. Man gestatteteihm daher, eine Anleihe von 120 Mill. zu machen. Da diese am 19. April nurzum Preise von 84 Fr. für 5 Procent Renten zu Stande kam, so unterzeichnetenmit dem edelsten Gemeingeist eine große Zahl Bürger aus allen Standen auf eineAnleihe im Vollwcrth zu 100 für 5 Proccnt. Diese am 31. Mai geschlosseneNationalsubscription betrug 20,540,000 Francs. Bei dem Allen häuften sichdie Verlegenheiten der Regierung, sowie die Noth und die Unzufriedenheit derNation zunahm. DerSüden (Nismes) und der Westen (dieVendc'e) mußten ge-gen die Bewegungen der Karlisten durch Heerabtheilungen geschützt werden. Die linkeSeite klagte das Ministerium an, daß es die Italiener verlassen, und Sebastian!warf der Propaganda vor, daß sie durch die Hoffnung des Beistandes die Jnsur-rection der Halbinsel angefacht habe. General Lafayette, sagte er, correfpondirein diesem Sinne gegen Wissen und Willen der Regierung. Mauguin dagegenrief in der Deputirtenkammer aus: Frankreich habe überall Feinde, wo das ari-stokratische Princip vorherrsche; es müsse seine Verbündeten nur da suchen, wo dasdemokratische Princip walte. In Paris brachen jetzt neue Unruhen aus; derPöbel bedrohte (am 16., 17. und 18. April) das Palais Royal; 'die Partei derRepublikaner und der Bonapartisten mischte sich unter die tobenden Haufen. Manhörte den Ruf: „Nieder mit allen Bourbons! Es lebe die Republik! Es lebe Na-poleon II. !" Doch die kraftige Anwendung des nur eben erst am 10. April 1831gegebenen Aufruhrgesetzes durch die Maires, die Nationalgarde und die Linien-truppen stellten die Ruhe wieder her. Diese Unruhen und die Kosten für das Heer-wesen hielten den Fortschritt der staatswirthschaftlichen Cultur sehr auf. Das Heerward von 209,616 Mann und 47,306 Pferden auf 434,146 Mann und91,797 Pferde gebracht; allein die Sorge für das Schulwesen, den Canalbauu. s. w. überließ man den Privaten.

Endlich ward die Ungeduld der Franzosen nach einer neuen Kammer befrie-digt. Der König vertagte am 20. April 1831 die Sitzung der Kammern bis zum15. Jun.; bald nachher ward sie aufgelöst, und die neugewählte Kammer zum23. Jul. einberufen. Die achtmonatliche Sitzung der aus den Wahlen von 1828hervorgegangenen Kammer der 221 Adreßdeputirten von 1830 macht Epoche inder Geschichte Frankreichs. Ungeachtet die Oppositionsblatter, wie der „National",ihr bittere Schmähungen nachriefen, und man ihr Zeitverschwendung und Schwan-ken zum Vorwurf machen kann, so hat sie dennoch in einer außerordentlichen undgefahrvollen Zeit die liberale Organisation einer volksthümlichen Monarchie begrün-det. Ihr Werk sind die Gesetze über die Nationalgarden, über die Nationalbeloh-