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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
47
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Frankreich seit dem Jahre 1829 47

!' liche Verordnung erklarte die Absicht, der Wiederkehr der Umtriebe vorzubeugen, die^ - einen so verderblichen Einfluß auf die letzten Wahlen gehabt hatten; daher bediene' sich der König seines Rechts, Sorge zu tragen für die Sicherheit des Staates und^ die Würde der Krone. Nun folgte die Anordnung einer neuen Wahlform in 28^ Urt. mit Beziehung auf die betreffenden Artikel der Charte. Die d ri tte königliche^ Verordnung, welche der Minister des Innern, Graf Peyronnet, gegengezeichnethatte, sprach die Auflösung der gegenwartigen Deputirtenkammer (also noch vorihrem Zusammentritte) aus, weil die Wahler durch die stattgefundenen Umtriebegetauscht und irregeleitet worden waren. Eine vierte königliche Verordnung, mitderselben Gegenzeichnung, setzte die neuen Wahlen auf den 6. und 18. Sept. anund berief die Kammern auf den 28. dess. Monats. Die fünfte und diesechstevon dem Siegelbewahrer contrasignirte königliche Verordnung enthielten die Er-nennung mehrer neuen Staatsrathe. Ein von allen Ministern unterzeichneterBericht an den König, den Chantelauze verfaßt hatte, entwickelte die Beweg-gründe, warum die Regierung auf eine so gewaltsame Art gegen den Misbrauchder Preßfreiheit, der den Thron und das Land in revolutionnaire Gahrungstürze, einschreiten, das bisherige Wahlsystem abändern und den Staat durch An-wendung der im Art. 14 der Charte der Regierung ertheilten außerordentlichen Ge-walt retten müsse. Das Volk betrachtete diesen Bericht als einen offenen Fehdedriefan die Nation; denn der eigentliche Zweck Karls X., seines Beichtvaters und seinesMinisteriums, vor Allem Polignac's und Peyronnet's war, die Mehrheit der Kam-mern zu stürzen und die Monarchie über die repräsentative Macht des National-willens zu erheben. Karl X. blieb auf seinem Vorsatze:Keine Bewilligungmehr." Für diese Frage machte er einen Staatsstreich, und Frankreich eine Re-volution.

Aus der dumpfen Betäubung, mit welcher Paris (am Montage, 26. Jul.)die von Karl X. und seinen Ministern eigenmächtig beschlossene Umwälzung derbestehenden Ordnung der Dinge vernahm, wurde das Volk geweckt durch denSchrei der Selbsthülfe, womit sich zuerst derKationnl" utld derl'emps" am26. dem von der Polizei angeordneten rücksichtslos willkürlichen Verfahren ihrerich Mch Beschlagnahme widersetzten. Wie hierauf die entlassenen Drucker und Fabrik-en W arbeiter den Aufstand gegen die Minister begannen; wie nun der Volkshaß gegenmN» die ältere Dynastie der Bourbons und das ganze Werk der Restauration auf-ÜMW flammte; wie der blutige Barrikadenkampf am 27., 28. und 29. mit dem SiegekM U.s.« im pariser Bürger über die Soldtruppen und mit der Abdankung Karls X. und^ des Dauphin am 2. August endigte; wie der Exkönig mit seiner Familie am 81.W H "VN St.-Cloud nach Rambouillet zog, und von hier bis Cherbourg geleitet, sich amMM!,. 16. Aug. nach England einschiffte; wie Deputirte und Pairs schon am 28. Jul. ge-M die Ordonnanzen protestirten; wie jene am 86. eine provisorische Negierungerrichteten; wie Paris zwischen Republik und Königthum schwankte; wie end-^diis' ^ Lafsitte und Lafayette, statt das noch jetzt sehr problematische republika-nische Programm auf dem Stadthause zu berücksichtigen, ein Bürger-König-thum mit republikanischen Institutionen vorschlugen; wie vorzüglich Lafsitte dieOrganisation der Staatsgewalt beschleunigte; wie der von Lafsitte und einigen De-putaten am 30. Jul. zur Übernahme des Reichsverwescramtes eingeladene Her-zog von Orleans diese Stelle auf Talleyrand's Rath am 81. annahm und es öffent-lich aussprach:Die Charte wird jetzt eine Wahrheit sein"; wie nach Eröffnungder Kammern am 8. August auf Berard's Vorschlag am 6. August, für welchen"on 252 Mitgliedern der Deputirtenkammer 219 und von 114 Pairs 89 stimm-biv Charte abgeändert (vergl. den Artikel Charte, französische, von18 80) und die erbliche Krone dem Herzog Ludwig Philipp von OrleansKönig der Franzosen am 7. August übertragen wurde; wie endlich am