Franklin
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war das erste Geschäft, die gefrorenen Schuhe aufzuthauen, wenn sie Feuer ma-chen konnten, und trockene anzuziehen. Dann nahm jeder sein Tagebuch zurHand. Nach dem Essen, das gewöhnlich im Dunkeln verzehrt wurde, gingen siezu Bette und unterhielten ein aufmunterndes Gespräch, bis die Decken von derKörperwärme aufgethaut waren. In mancher Nacht mußten sie die Erquickungentbehren, in trockenen Kleidern sich niederzulegen, denn wenn das Feuer nicht hin-länglich war, die Schuhe zu trocknen, durfte man diese nicht ausziehen, weil sieam nächsten Morgen so hart gefroren gewesen sein würden, daß man sie nicht hätteanlegen können. Von Hunger und Müdigkeit erschöpft, fanden sie endlich imFort Lnterprise ein armseliges Obdach. Sie waren so schwach, daß, wenn Einigesich setzten oder niederlegten, die Übrigen wachend stehen bleiben mußten, um ihnenbeim Aufstehen zu Helsen. Die körperlichen Leiden wurden durch den Einfluß der-selben auf die Seele erhöht, und während ihre Kräfte abnahmen, erschienen Zeichengeistiger Schwäche in einer reizbaren Grämlichkeit, womit sie sich einander quäl-ten. Jeder hielt den andern für schwächer, des Raths und Beistandes bedürf-tiger als sich selber, und der unbedeutendste Umstand verleitete sie zu launischen Äu-ßerungen, die alsbald bereut wurden, um vielleicht in der nächsten Minute wieder-holt zu werden. Endlich kam Hülfe, als die Indianer Lebensmittel brachten, abernoch waren viele Beschwerden zu erdulden, ehe die Reisenden 1822 nach Englandzurückkehrten. In die Theilnahme, die das kühne Unternehmen erweckte, hatteauch eine geistreiche Dichterin, Eleanor Anne Porden (geboren 1795 und bereits inihrem siebzehnten Jahre durch das Gedicht: „lAe veils, or tke trlumpk ol con-swnc^" bekannt), begeistert eingestimmt und in ihrem Gedichte: urctic expe-<!iUon", die Anstrengungen der muthvollen Männer gefeiert. F. lernte sie kennen underhielt 1828 ihre Hand. Der Keim einer tödlichen Krankheit hatte sich in ihr ent-wickelt, als F. 1825 den Befehl erhielt, eine neue Entdeckungsreise nach den Polar-ländern zu unternehmen. Mit einem kräftigen Gemüthe begabt und lebhaft seineEntwürfe ergreifend,stärkte sie sei'nen Muth bei der schmerzlichen Trennung und reichteihm eine Flagge, die Arbeit ihrer Hände, mit der ausdrücklichen Bestimmung, sie nichteher zu entfalten, als bis er mit seinen Gefährten die Küste des Polarmeeres erreicht.Der Zweck der neuen Landreise war, in Verbindung mit der gleichzeitigen Unterneh-mung des Capitains Beechey, der aus dem stillen Meere nach Kotzebue's Sundsegeln sollte, um mit F. an einem Punkte der Küste des Polarmeeres zusammenzu-treffen, und aus diese Weise die ganze Nordküste des amerikanischen Festlandes zu be-stimmen. Nach sechs Monaten erreichte F. das Polarmeer, wo er die britische FlaggeaufderParryinsel aufpflanzte, seine schmerzlichen Erinnerungen unterdrückend, umdie Freude seiner Gefährten nicht zu stören. Er kehrte darauf an den Bärensee indas Winterquartier zurück. Im folgenden Jahre trennte sich die Reisegesellschaftin zwei Abtheilungen an dem Punkte des Mackenzie-Ufers, wo sich der Strom inviele Arme theilt, und den F. ?nrtinA-pnilit nannte. Er selber zog mit der einenwestwärts von der Mündung des Flusses in einer Strecke von 374 englischen Mei-len, ohne auf dieser öden Küste des Polarmeeres einen Hafen zu entdecken, wo einSchiff hätte Schutz finden können. Sein Begleiter, vr. Richardson, wandte sichostwärts von der Strommündung und legte 500 Meilen längs der Küste zurück.Beide haben sowol die Erdkunde bereichert, indem sie die Küste in einer Streckevon 89 Längengraden aufnahmen, als auch der Geognosie, der Naturgeschichte undandern wissenschaftlichenAweigen schätzbarenGewinn verschafft. Beechey wurde durchNaturhindernisse genöthigt umzukehren, zu einer Zeit, wo er nur 160 englische-Meilen von F. entfernt war, der nicht ahnete, daß ein Theil der Schisssmannschaftunter Beechey das Eiscap umsegelt hatte, aber aus F.'s Berichte geht hervor,daß es ihm selbst unter den günstigsten Umständen nicht möglich gewesen seinwürde, mit den Seefahrern zusammenzutreffen, da er zu lange durch Hindernisse