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Franklin
Franklin (Sir John), englischer Seecapitain, wurde 1786zu Spilsbyin der Grafschaft Lincoln geboren und gehört zu den Mannern, die Englands altemRuhme, zuerst wissenschaftliche Entdeckungsreisen unternommen zu haben, neuenGlanz gaben. Schon in seinem vierzehnten Jahre trat er in den Seedienst, wo eralsbald mit Gefahren vertraut wurde, da er 1801 auf dem Schiffe Polyphem in derSchlacht bei Kopenhagen focht. Spater (1803) machte er auf dem Schiffe In-vesti^utor mit seinem Oheim, dem Capitain Flinders, eine Entdeckungsreise andie Küste von Neuholland. Unter diesem erfahrenen Seemann erwarb er sichviele Kenntnisse, die ihm auf seiner spatern Laufbahn vielfach nützlich waren. Nachder Rückkehr von dieser Fahrt segelte er unter Capitain Dance nach Kanton undnahm Theil an dem berühmten Gefecht in der Straße von Malakka, wo das briti-sche Geschwader, nur aus schwer befrachteten Kauffahrteischiffen und einem Ostin-dienfahrer bestehend, die französische Flotte unter dem Admiral Linois schlug.Auf dem Betterophon kämpfte er in der Schlacht bei Trafalgar gegen das fran-zösische Linienschiff l'Aigle von 74 Kanonen. Von 40 Gefährten blieb nur ermit sechs andern unverwundet. Am Bord des Schiffes Bedford gehörte er zudem Geschwader, das unter dem Herzoge von Clarence die verbündeten Monarchen1814 nach England brachte, und zeichnete sich am Ende desselben Jahres unterSir Pulteney Malcolm bei dem Angriffe gegen die amerikanischen Kanonierbooteaus, deren Wegnahme eines der glänzendsten Ereignisse in dem Kriege gegen dieVereinigten Staaten war. Als die britische Regierung 1818 den Entschlußfaßte, die nordwestliche Durchfahrt im Polarmeere aufzusuchen, erhielt F. auf dieEmpfehlung seines Freundes Sir Joseph Banks den Befehl über das SchiffTrent, das den Capitain Buchan begleitete. Die Aufgabe, nach der Erreichungdes Nordpols durch die Ben'ngstraße in das stille Meer zu fahren, wurde zwarnicht gelöst, aber die englische Regierung verdoppelte ihre Anstrengungen, undwährend Parry nach der Davisstraße segelte, erhielt F. den Auftrag, zu Lande andie Küste des Polarmeers zu reisen. Gelang es ihm, mit dem Seefahrer sich zuvereinigen, so war die ununterbrochene Fortsetzung östlich vom Kupferminenflussenach der Repulse-Bai wenigstens wahrscheinlich, und die Einfahrt in das atlantischeMeer der Gewißheit nahe gebracht. F. kam im August 1819 in der Hudsonsbai an.Zu Anfange des folgenden Monats machte er sich mit seinen Begleitern auf den Wegnach Cumberlandhouse. Sie fuhren dann den Hillfluß mühsam hinauf. Die Bootemußten gewöhnlich an Leinen gezogen, und die Ladungen stets herausgenommenund über das zwischenliegende Land, die sogenannten Tragplätze (portales), ge-bracht werden. Nachdem die Reisenden einen Weg von 815 englischen Meilenbei der heftigsten Kälte in drei Pfund schweren Schneeschuhen zurückgelegt hatten,erreichten sie im Jul. 1820 endlich den Kupferminenfluß. F. segelte darauf ge-gen 600 englische Meilen längs der Küste, und indem er die Erdkunde durch dieBerichtigung der bisherigen mangelhaften Karten bereicherte, machte er zugleichschätzbare Erwerbungen für die Naturgeschichte. Auf dem Rückwege hatten dieReisenden mit den furchtbarsten Beschwerden zu kämpfen. Schon im Anfangeder Reise hatten sie eines Tages nichts zu essen, und ohne Mittel, Feuer zu machen,mußten sie den ganzen Tag im Bette bleiben. Die dünnen Decken schützten sienicht gegen die Kälte. Der Wind trieb den Schnee in die Zelte, die am folgendenTage ganz eingefroren und drei Fuß hoch von Schnee umgeben waren, währendauch auf ihren Decken der Schnee einen Zoll hoch lag. Solche Drangsale wieder-holten sich oft. Während der ganzen Reise bestand ihre Nahrung aus Rennthie- jren oder Rebhühnern, wenn ein glücklicher Zufall sie begünstigte, und aus Stein-flechten. Endlich war die Noth so groß, daß sie ihre Schuhe essen mußten. EinStück versengtes Leder war ein Leckerbissen, und verfaulte Thierhäute, die sie imSchnee fanden, wurden begierig verzehrt. Hatten sie ihre Zelte aufgeschlagen, so