nachlassigte er die Wissenschaft nicht, und war, etwa Denon ausgenommen, der eif-rigste Mitarbeiter an der„vesci-lpti<)n de l'L^te". Nach Frankreich zurückgekehrt,erhielt er den 2. Jan. 1802 die Präfectur Jsere, darauf den Orden der Ehrenle-gion, 1808 den Baronstitel. Er vollendete als Präfect die Austrocknung derMoraste von Bourgoin. In den ersten acht Jahren seines Aufenthalts zu Gre-noble im Departement Jsere verfaßte er die Abhandlung, welche dem großenWerke über Ägypten als Einleitung dient; sie wird, abgesehen von dem geschichtli-chen Werthe, zugleich als eins der stylistischen Meisterwerke Frankreichs allgemeinanerkannt. 1807 krönte die Akademie F.'s Preisschrift über die Verbreitung derWarme durch feste Körper. Als Napoleon von Elba zurückkehrte, erließ der Pra-fect F. einen Aufruf zu Gunsten des Königs, und dennoch ernannte ihn Napoleonsieben Tage spater, am 12. Marz 1815, zum Prafecten des Rhonedepartements.Ohne die Stelle auszuschlagen, weigerte er sich, die ihm vorgeschriebenen Maßre-geln auszuführen, und wurde daher durch ein Decret vom 12. Mai abgesetzt. F.schlug nunmehr seinen Wohnsitz in Paris auf, ward 1816 von der Akademie derWissenschaften zum Mitglied erwählt, doch erst die nochmalige Erwählung im I.1817 wurde von Ludwig XVIII. bestätigt. Darauf ernannte ihn die erwähnteAkademie zu einem ihrer Secretaire auf Lebenszeit. 1822 machte er sein berühm-tes Werk: ,/IAeorie unalzdihue de la cüaleur", bekannt. Da alle seine Schrif-ten sich auch in stylistischer Hinsicht auszeichneten, besonders die Lobreden, die erzu Ehren verstorbener Akademiker hielt, und welche man den Arbeiten Fonte-nette's und Condorcet's an die Seite setzt, so erwählte ihn die ^cademi« fraiuzuisezur Anerkennung seiner Verdienste am 17. April 1827 zu ihrem Mitglieds. Nachdem Tode von Laplace ersetzte er diesen Gelehrten als Präsident des Oon8ei1 deperiectioimement in der polytechnischen Schule, und nach dem Sturze von Vil-lele wurde er Mitglied einer vom Minister des Innern eingesetzten Commission,welche über die der Wissenschaft zu vergönnenden Hülfleistungen Vorschläge ein-reichte. Er starb bald nachher, und Cuvier hielt in der Akademie einen Vortragüber die hohen Verdienste des Verewigten. Außer seinen bereits namhaft gemach-ten Schriften verfaßte F. mehre für die Geschichte der Wissenschaft bedeutendeAbhandlungen in der Sammlung der akademischen Schriften über physikalische undmathematische Gegenstände, und gab mehre berühmter Gelehrten, na-
mentlich Delambre's, William Herschel's und Breguet's heraus. Seine hin-terlassenen Schriften sind kürzlich erschienen Cousin, sein Nachfolger in derVcademie irxwhaise, hielt im Februar 1832 seine Lobrede. (15)
Frähn (Christian Martin), der berühmteste und gelehrteste unter den jetztin Rußland lebenden Orientalisten, ist geboren am 4. Jun. 1782 zu Rostock, woer, nachdem er den gewöhnlichen Unterricht in der Stadtschule genossen hatte, umOstern 1800 die vaterländische Universität bezog, um Theologie zu studiren. Hierwar es, wo er von einer außerordentlichen Neigung zu den orientalischen Sprachengetrieben, während der dreijährigen Studienzeit sich fast ganz an den berühmtenTychsen anschloß, dessen Unterricht in den verschiedenen Sprachen des Orients,in der mohammedanischen Münzkunde und arabischen Paläographie, sowie sei-ner freigebigen Unterstützung aus den Schätzen einer reichen Bibliothek, er dieraschesten Fortschritte auf der eifrig verfolgten Bahn verdankte. Nach einemhalbjährigen Aufenthalt in Göttingen verließ F. im Herbste 1803 diese Univer-sität wieder, wo er die erwartete Befriedigung nicht gefunden hatte, um den geach-teten Schnurrer in Tübingen aufzusuchen; aber auch hier verweilte er nicht länger,sondern unternahm bald darauf eine Reise nach der Schweiz, wo er zwei Jahre alsGehülfe an mehren Lehranstalten, z. B. zu Burgdorf und zu Aubonne im Waadt-lande, sich thätig zeigte. Er kehrte 1806 wieder nach seiner Vaterstadt zurück, wosich ihm bald darauf die Aussicht zu einem angemessenem Wirkungskreise ganz un-Conv.-Lex. der neuesten Zeit und Literatur. II. 3