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Förster (Karl)
Fourier
Kunstreise nach Italien Bericht erstattet. Seit 1829 ist F. mit dem Titel einesHofraths als Custos bei der königlichen Kunstkammer angestellt. (51)
Förster (Karl), geboren den 3. April 1784 zu Naumburg an der Saale.Sein Vater war der als ascetischer Schriftsteller und geistlicher Redner geachteteDomprediger und Schulinfpector, nachheriger Superintendent zu Weißenfels,Johann Christian Förster. Seinen ersten wissenschaftlichen Unterricht erhielt F.auf der Domfchule seiner Vaterstadt. In seinem sechszehnten Jahre bezog er daraufdie Universität zu Leipzig, um daselbst, nach dem Wunsche seines Vaters, Theologiezu studiren. Die ersten Jahre verflossen ihm jedoch in dem vielfach anregendenfast ausschließenden Umgange mit seinem nahen Verwandten, dem jetzigen ProfessorLobeck in Königsberg, meist unter geschichtlichen, philosophischen und philologischenStudien, bis der frühzeitige Tod seines Vaters ihn zur Theologie zurückzukehrennöthigte. Ee folgte am Schlüsse seiner akademischen Laufbahn einem Rufe zueiner Hauslehrerstelle nach Dresden, das mit seinen zahlreichen Bildungsmit-teln ihm eine neue Welt eröffnete, in welcher er sich bald heimisch fühlte. Fürden damals auf Reisen befindlichen Professor Hasse übernahm er 1805 einigeLehrstunden am königlichen Cadettenhause und ward an demselben Instituteim nächsten Jahre als Adjunct, 1897 aber als zweiter Professor angestellt.Das ihm zugewiesene Fach der deutschen Sprache und Literatur behielt er auchbei, als er später, nach Hasse's Versetzung nach Leipzig, in dessen Stelle ein-rückte, in welcher er noch thätig ist. Die wenige Zeit, die ihm ein arbeitvollesAmt übrig ließ, wurde vorzugsweise der neueuropäischen Literaturgeschichte, ins-besondere der italienischen, später auch der ältern deutschen gewidmet. HäusigesAnschauen der reichen dresdner Sammlungen führte ihn zu kunftgeschichtlichenStudien, die Beschäftigung mit Dante aber zu einem ersten Übersetzungsvcr-suche, wovon eine Probe im Wieland's „Mercur" mitgetheilt wurde, deren Fort-fetzung aber nach der bald darauf erfolgten Erscheinung der KannegießerschenVerdeutschung unterblieb. Nächst Dante ward ihm durch verwandte Verhält-nisse und Stimmungen Petrarca lieb, und die anfangs nur versuchsweise unter-nommene Übersetzung einzelner Stücke ward mit Eifer zu Ende geführt. Außerzahlreichen in Almanachen und Zeitschriften bekannt gemachten lyrischen Gedichtenund Aufsätzen sind von ihm erschienen: „Petrarca's italienische Gedichte, übersetztund mit Anmerkungen begleitet", (2 Bde., Leipzig 1818, zweite Ausgabe 1832);„Torquato Tasso's auserlesene lyrische Gedichte, übersetzt und erläutert", (2 Bänd-chen., Zwickau 1821); „Rafael's Kunst und Künstlerleben", ein Cyklus von Ge-dichten, (Leipzig 1827); „Abriß der allgemeinen Literaturgeschichte", Bd. 1 — 3,Bd. 4., Abth. 1., (Dresden 1827—30). Die von Wilhelm Müller begonnene„Bibliothek deutscher Dichter des 17. Jahrhunderts" setzte er fort und hat seitdemzwei Bände derselben geliefert. Mehre seiner Lieder wurden von M. v. Weber,Methfessel und Dessauer in Wien in Musik gesetzt.
Fourier (Jean Baptiste Joseph, Baron), französischer Mathematiker,geboren zu Auperre am 21. März 1768, war ein Zögling der dortigen Kriegs-schule, an der er auch bereits in seinem achtzehnten Jahre die Professur der Mathe-matik erhielt. Er wurde darauf an der neugegründeten pariser Normalschule, undkurz nachher auf Veranlassung von Monge und Lagrange an der polytechnischenSchule als Professor angestellt, und folgte dann dem General Bonaparte nachÄgypten. Als nach der Einnahme von Kahira das Institut ä'L^pte gegründet ward,ernannte es einstimmig F. zum Secretair auf Lebenszeit. Bonaparte erwählte ihnbald darauf zum Commissair des französischen Heeres bei dem Divan in Kahira,von wo aus F. während des syrischen Feldzugs die Oberaufsicht über die nördlicheHälfte des Landes führte; später wurde ihm auch die Justizverwaltung anver-traut. Auch schloß F. in Auftrag Klebers den Tractat mit Murad. Dabei ver-