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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
16
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16 Mrussac

eine Zeitlang beim Ministerium des Auswärtigen angestellt gewesen, wurde er1817 Botschafter am danischen Hofe. Im Iul. 1819 kehrte er von Kopenhagenzurück, und die Regierung ernannte ihn darauf zum außerordentlichen Gesandtenin Petersburg. Dort langte er im November 1819 an und folgte im October1820 dem Kaiser Alexander nach dem Congresse zu Troppau. Im Januar 1821begab er sich nach Wien, von da nach dem Congresse zu Laibach. Im Iun. dessel-ben Jahres sandte man F. zu Karl Felix, König von Sardinien, um ihm wegenseiner Thronbesteigung die Glückwünschung zu überbringen. Von seiner Peters-burger Gesandtschaftsstelle wurde er durch die Ordonnanz vom 4. Jan. 1828, nachdem Sturze der Villele'schen Verwaltung, als Minister des Auswärtigen zurück-berufen. Auf seinen Rath geschah es, daß ein französisches Heer den Griechen zuHülfe gesandt wurde. Apoplektische Zustände nöthigten ihn jedoch, sein Porte-feuille niederzulegen, und Rayneval, jetzt Botschafter zu Madrid, ward sein provi-sorischer Nachfolger. Er selbst wurde, als Nachfolger Chateaubriand's, Botschaf-ter in Rom, legte aber nach der Juliusrevolution diese Stelle nieder. (15)

Ferussac (Andre Etienne Just Paschal d'Audebard, Baron von), fran-zösischer Offizier und Gelehrter, geboren 1786 zu Chartron bei Lauzerte im Depar-tement Tarn und Garonne, ist der Sohn eines Obersten, welcher während der Revo-lution emigrirt war und außer seinem Militairberufe sich auch mit den Naturwissen-schaften, besonders mit Conchyliologie beschäftigte, auch mehre Abhandlungen dar-über geschrieben hat. Der Sohn trat in die Fußtapfen des Vaters; er kam sehrjung in das Velitencorps der Napoleon'schen Armee und las schon im achtzehntenJahre seines Alters in der Akademie der Wissenschaften eine Abhandlung über ge-wisse Jnsektenarten vor. Er machte darauf den Feldzug unter Napoleon in Deutsch-land mit, und benutzte den einjährigen Aufenthalt seines Regiments in Schlesien, umdas Riesengebirge wissenschaftlich zu bereisen. Von Schlesien wurde sein Regimentnach Spanien geschickt. Hier langte er während der Belagerung von Saragossa un-ter den Wallen dieser Stadt an und schrieb späterhin eine kurze Geschichte dieser merk-würdigen Belagerung unter dem Titel:l^otice lnstorihue sur 1e sie^e cle Sara-gösse". Zu Moguer bekam er eine Schußwunde; nach seiner Wiedergenesungward er Adjutant des Generals Darricaud, des Gouverneurs von Sevilla, und wardnach dem Lager vor Cadix gesandt. Er bereiste Andalusien, sammelte celtiberischeMünzen und schrieb späterhin flüchtige Bemerkungen über diese Provinz, wie aucheine kurze Beschreibung von Cadix, die aber erst 1823 im Druck erschien. Da seinGesundheitszustand ihm nicht länger erlaubte den beschwerlichen Feldzug in Spa-nien mitzumachen, ernannte ihn Napoleon zum Unterpräfecten von Oleron, imDepartement der Nicderpyrenaen. Er war damals erst 26 Jahr alt. Nach demRückzüge der Franzosen aus Spanien und der Absetzung Napoleons bestätigte ihnanfangs der Herzog von Angouleme als Unterpräfecten; späterhin verlor er aberdiese Stelle, ward jedoch zum Bataillonschef im Generalstabe der Nationalgardeernannt und erhielt das Ordenszeichcn der Ehrenlegion. Als Napoleon in denhundert Tagen von Neuem regierte, ernannte er F. zum Unterpräfecten von Com-piegne. Da aber die Alliirten diese Gegend eingenommen hatten und die Bour-bons wieder eingesetzt waren, mußte er abtreten. Er erhielt 1818 als Stabsoffiziereine Lehrerstelle an der Generalstabsschule und trug hier die Erdbeschreibung und Sta-tistik vor, gab auch bei dieser Gelegenheit zwei Abhandlungen über den geographfichenUnterricht heraus. Nach ungefähr zwei Jahren verließ er diefe Stelle wieder, und be-schäftigte sich damit, das von seinem Vater begonnene conchyliologische Werk:stoire naturelle generale et particuliere ckes mollusc^ues terrestres et tluviatiles"auszuarbeiten, ein Prachtwerk, welches aus drei Foliobänden bestehen soll, aber bisher,wegen Mangels an hinreichender Unterstützung, nur erst bis zur 21. Lieferung gelangtist. F. ließ 182224 die erste Abtheilung eines Prodromus dieses Werks in Ouart-