Ferronnays 15
mächtige Rauchsäule, gegen 2000 Fuß hock), bildeten. Schwarze Schlackenaus-würfe fuhren in kurzen Zwischenräumen durch die weiße Hauptmasse, worauf dieDampfwolken in heftig wirbelnder Bewegung bis zur Oberflache des Meeres her-abrollten und die Insel umhüllten. Auf diese Erscheinung folgten plötzlich dichteDampfwolken und ein so anhaltender Auswurf von Schlacken, Sand und Asche,daß die aufwärtssteigende Masse 8 Minuten lang eine 600 Fuß hohe Säule zubilden schien, deren Obertheil sich garbenförmig ausbreitete. Aus dem Gipfel die-ser Garbe fielen die emporgetriebenen Massen nach allen Seiten in engern oderweitern Bögen herab, wahrend sie immer durch andere, von unten aufsteigendeersetzt wurden. Kein Theil der ausgeworfenen Massen war glühend. Ausdem Krater stiegen keine Flammen, noch war ein Leuchten in demselben zu bemer-ken, aber die emporgeschleuderten Steine schienen stark erhitzt zu sein, da überall,wo sie ins Meer sielen, ein dichter Dampf sich bildete. Der Auswurf war nichtvon Donner begleitet. Auf dem obern garbenförmigen Theile des Auswurfs ent-wickelten sich blendendweiße Dampfe und erschienen über der dunkeln Säule als einemachtige lichte Rauchsaule. Die dunkle Auswurssäule durchzuckten zuweilen helleBlitze, welchen ein lauter Donner folgte, und es ließ sich deutlich bemerken, daß sienicht aus dem Krater kamen, sondern in allen Richtungen durch die Säule fuhren.Zwei Monate spater beobachtete Constant Prevost, den die französische Akademieder Wissenschaften abgeschickt hatte, die neue Insel. Am 28. Sept. fuhr erin einem Boote an die einzige Stelle, wo die Oberflache der Insel allmalig gegendie See abfiel und eine Art von Golf bildete. Das grüngelbe Wasser schmecktesauer und weniger bitter als in der hohen See; die Temperatur desselben aber stiegnicht über 23° Centigrad. Man bemerkte auf der Insel keine Spur emporgescho-bener massiver Felsen und die ganze Oberflache bestand aus lockern Massen.Prevost's Reisegefährte schwamm mit zwei Matrosen an das Ufer und ging überdie heißen Schlacken bis an den Rand des Kraters, der mit kochendem röthlichemWasser angefüllt war. Am folgenden Tage fuhr Prevost mit mehren Begleiternzu der Insel. Der Umfang derselben wurde zu 700, und die Höhe zu 70 Metresbestimmt. Sie erstiegen den höchsten Gipfel und gingen am Fuße der steilenWände um die ganze Insel. Der Berg, der nach ihrer Vermuthung sich gegen600 Fuß unter den Meeresspiegel senkte, bestand bloß aus staubartigen Theilenund Schlackenftücken von allen Größen. Die ganze Insel war eine kegelförmigeErhöhung um eine trichterförmige Höhle. Die innern Wände des Kraters hat-ten eine Böfchung von ungefähr 45°; die äußern senkten sich schroff herab, ver-muthlich weil das Meer die untern Substanzen weggespült hatte, und die obernnachgestürzt waren. Um die Insel hatte sich ein flaches Ufer von 15 —20 FußBreite gebildet, das sich steil ins Meer senkte. Durch die Wirkung der Meeresflu-ten wurde die Insel nach und nach abgebröckelt und war im Frühling 1832 fastganz von den Wogen bedeckt. Hoffmann schlug für die neue Insel den NamenNerita vor, unter der irrigen Voraussetzung, daß sie auf der Stelle liege, woSmith's Seekarte die Sandbank dieses Namens angibt; Prevost wollte sie Julianennen, weil sie im Julius entstanden, die Englander, die im August 1831 aufdem Gipfel der Kraterwand zum Zeichen der Besitzergreifung die englische Flaggeaufgepflanzt hatten, nannten sie Graham, die Neapolitaner aber, welchen nach völ-kerrechtlichen Grundsätzen das Eigenthum zustand, Ferdinande«.
Ferronnays (Pierre Louis Auguste Ferron, Graf de la), französische? Mini-ster des Auswärtigen zur Zeit der Martignac'schen Verwaltung. Er stand vor der Re-volution im Kriegsdienste, wanderte 1791 aus, wurde erster Gentilhomme der Kam-mer des Herzogs von Bern, und kehrte 1814 mit diesem Prinzen nach Frankreichzurück. Ludwig XVIII. ernannte ihn am 4. Jun. desselben Jahres zum Marechalde (.amp und am 17. August 1815 zum Pair von Frankreich. Nachdem F.