Fecht
S
die Lampe, den Rauchfang, den Kessel, die Asche sprach, und daran eine geschicht-liche Übersicht der neuesten! Entdeckungen knüpfte. Die Universität zu Oxfordertheilte ihm 1832 die juristische Doctorwürde. (11)
Fecht (Gottlieb Bernhard), Decan und Pfarrer zu Kork im Großherzog-thum Baden, wurde geboren den 2. Marz 1771 zu Mengen im Breisgau, wosein Vater Pfarrer war. Auch seine Vorfahren feit der Reformation gehörten irrununterbrochener Reihe dem geistlichen Stande an, darunter mehre von Ruf, wieder als Gegner der Pietisten bekannte Licentiat Fecht zu Rostock, und der durchseinen Muth und eigne Schicksale im dreißigjährigen Krieg ausgezeichnete Special-superintendent Fecht zu Sulzburg in der badischen Markgrafschaft Hochberg. Fürdenselben Beruf bildete sich F. auf dem Gymnasium illustre zu Karlsruhe, unddann auf der Universität Jena, wo außer Griesbach und Döderlein auch der, nochjetzt durch Bande der Liebe und Achtung mit ihm verbundene Paulus sein Lehrerwar. Nach bestandener Staatsprüfung trat er in die praktische Laufbahn ein undbefand sich als Vicarius in Auggen, als 1797 in Folge von Beschwerden gegen dieForstbehörde Unruhen daselbst ausbrachen. F. beschwichtigte die Bewegung durchkraftiges Einreden und bewirkte auf der andern Seite durch Aufdeckung der ei-gentlichen Ursachen Vergessenheit des Vergangenen für die Irregeführten. Vondieser Zeit an genoß er das Vertrauen und die Gewogenheit Karl Friedrichs. ImJahr 1798 nach Graben berufen, um eine sehr zerrüttete Gemeinde wieder in Ord-nung zu bringen, leistete er bei den mehrmaligen Blockaden der nahen Festung Phi-lippsburg den umliegenden Gemeinden wesentliche Dienste, indem er, von dem Ge-heimrathscollegium mit dem Commissariat bei der französischen Generalität be-kleidet, vortheilhafte Verpflegungsvcrträge zu Stande brachte. Er kam 1808 alsSpecialsuperintendent nach Kork, um in den neuerworbenen Districten die badifcheKircheneinrichtung einzuführen, und besorgte zugleich das Referat in Kirchen-und Schulsachen bei dem Kreisdirectorium zu Ossenburg. Auch hier hatte F. mehr-mals Gelegenheit, für Volksinteressen aufzutreten; so wandte er sich für die Sacheder abgebrannten Gemeinde Kehl an den wiener Congreß und erschien 1815 alsAbgeordneter seines Bezirks in Karlsruhe, wo er eine Erleichterung der Einquar-tierungslasten erlangte. Als 1819 die erste badische Ständeversammlung berufenwurde, wählte ihn das Landamt Karlsruhe zum Abgeordneten, in welcher Eigen-schaft er sich bald sowol durch parlamentarische Beredtsamkeit als durch Unabhän-gigkeit der politischen Gesinnung Ruf erwarb. In gleicher Weise zeichnete er sich1821 als Mitglied der badischen Generalsynode aus. Er arbeitete hauptsächlich inder Commission zu Begründung der Kirchenverfassung mit, war bei den Differen-zen mit der Regierung das gewählte Organ der Generalsynode, entfernte im Vereinmit seinen Freunden aus dem Entwürfe der Kirchenregierung alle Strafgewalt derKirche (ein Punkt, woran in der Folge die bairische Generalsynod« scheiterte), undsuchte bis auf den letzten Augenblick die Bestimmung eines festen Zeitpunktes fürregelmäßige Berufung der Generalsynode durchzusetzen. Die Folgezeit lehrte, wierichtig F. geurtheilt hatte, denn weder unter Ludwigs noch unter Leopolds Regie-rung ist seither die Generalsynode wieder berufen worden. Auf dem Landtage von1822, wo wegen des Budgets und namentlich wegen des Militairaufwandes jenefeindselige Spaltung zwischen Kammer und Regierung entstand, war F. Mitgliedder Budgetcommission und einer der Hauptredner der Opposition. Als in Folgedieser Verhaltnisse die Kammer zuerst vertagt, dann aufgelöst wurde, und die be-kannte Reaction gegen alles Constitutionnelle, gegen Grundsätze und Personen ein-trat, entzog ihm die Regierung, trotz einer für ihn günstigen Erklärung der ober-sten Kirchenbehörde, willkürlich das Decanat und den damit verbundenen Gehalt.Auch seine Diözese machte vergeblich durch eine eigne Deputation Vorstellungengegen diesen Gewaltstreich. Von der aristokratischen Partei einer demagogischen