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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
8
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8 Falck Faraday

Philipp zum Staatsrath und im Marz 1832 zum interimistischen Generalinten-danten und Verwalter der Civilliste ernannt. (7)

Falck (Nikolaus), ein geachteter Rechtsgelchrter, wurde am 25. Nov.1784 zu Emmerleck im Amte Tondern geboren. Er widmete sich anfangs demStudium der Theologie und Philologie und wurde Hauslehrer bei dem GrafenMoltke auf Nütschau. Hier begann er sich zunächst durch Privatbefchaftigung mitder Jurisprudenz zu befreunden und erhob dieselbe bald z» seiner ausschließlichenBerufswifsenschaft. Nachdem er 1808 Doctor der Philosophie geworden, be-stand er im folgenden Jahre auch ein juristisches Examen. Er wurde darauf1810 Kanzlist, 1811 Co-mptoirchef der schleswig - Holstein-lauenburgischenKanzlei zu Kopenhagen, und sodann zum Professor des römischen und deutschenRechts an der neuerrichteten Universität zu Christiania erwählt. Bn der 1814 er-folgten Abtretung Norwegens erhielt er jedoch die ordentliche Professur der Rechtezu Kiel und wurde 1815 auch zum Doctor der Rechte ernannt. Seine Wirk-samkeit als akademischer Lehrer und juristischer Schriftsteller erregte bald eine soausgezeichnete Aufmerksamkeit, daß verschiedene ehrenvolle Berufungen zu Lehr-und Staatsämtern im Auslande an ihn ergingen, die er aber stets ablehnte. Erwurde zur Anerkennung seiner Verdienste 1826 zum Ritter vom Danewog undin demselben Jahre zum Ordinarius im Spruchcollegium ernannt. Als Schrift-steller hat F. besonders für vaterländische Rechts- und Alterthumskunde Schächaresgeleistet. Zahlreiche Abhandlungen über die mannichfaltigsten Gegenstände ausdem Gebiete der Rechtswissenschaft, Rechtsgeschichte, Gesetzgebung, Staatswissen-schaften und Vaterlandskunde finden sich von ihm vornehmlich in denKieler Blät-tern", an deren Herausgabe er Anthei lhatte, sowie in andern Zeitschriften und periodi-schen Werken. Unter seinen größern Arbeiten ist vornehmlich die zum Gebrauchseiner akademischen Vorlesungen herausgegebeneJuristische Encyklopädie" (Kiel1821, 2. Ausg. 1825), sowie seinHandbuch des schleswig-holsteinischen Pri-vatrechts" (2 Bde., Altona 182531) zu nennen. Auch übernahm er voreinigen Jahren die Fortsetzung der bisher vom Freiherrn von Dalwigk herausge-gebenenEranien zum deutschen Recht mit Urkunden", wovon bis jetzt drei Lie-ferungen erschienen sind.

Faraday (Michael), Director des Laboratoriums der ko^a! Institu-tiou zu London, hat sich durch eine große Menge interessanter und wichtiger Ent-deckungen im Gebiete der Chemie und Physik verdient gemacht. Besonders ge-nannt zu werden verdienen in dieser Hinsicht folgende: seine Versuche überLegirungen des Stahls mit edeln Metallen und die ausgezeichneten Eigenschaften,die dieser dadurch erlangt (s. Gilbert'sAnnalen", 1.XXII, 225); die Verwand-lung mehrer bis dahin für permanent gehaltenen Gasarten (Kohlensäure, Chloru. s. w.) durch ein sinnreiches Verfahren (Entwickelung in zugeschmolzenen Röh-ren) in tropfbare Flüssigkeiten (Ebend. 1.XXV, 335); seine Darstellung ver-schiedener Verbindungen von Kohlenstoff und Wasserstoff, die, bei gleicher Zu-sammensetzung mit dem ölbildenden Gase, doch davon verschiedene physikalische Ei-genschaften zeigen (f. Schweigger'sJahrbuch", X1.VII, 340, 441); die Dar-stellung eines zu optischen Zwecken tauglichen GlaseS aus Kieselerde, Boraxsäureund Bleioxyd (s. PoggendorfsAnnalen", XVIII, 515). Am meisten Epochemachend aber dürfte seine, erst ganz neuerlich geschehene Aufsindung des Vermögensim Magnet, elektrische Ströme zu erregen, sein. (S. Elektromagnetismus.)Auch sein Werk über chemische Manipulationen, verdient als eine für den prak-tischen Chemiker nützliche Anleitung rühmliche Erwähnung. Im Frühling1832 hielt F. eine Reihe anziehender Vortrage in der Ho^sl Institution zur Ver-breitung gemeinnütziger Kennknisse. Er ging bei diesen Vortragen von den be-kanntesten Gegenständen im häuslichen Leben aus, indem er z. B. über das Licht,