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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
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K Fahnenberg

nemark, beschäftigt. F. führt seit 1815 den Titel eines Professors; einige Jahrespäter wurde er zum Ritter des Wasaordens ernannt. ' (7)

Fahnenberg (Karl Heinrich, Freiherr von), badifcher Oberpostdirectorund Vorstand der Amortisationscasse, wurde am 16. Mai 1779 zu Freiburg imBreisgau geboren, aus welcher Stadt seine Familie, später wegen Besitzungenin dem Canton Rhön und Werra in die fränkische Reichsritterschaft einge-reiht, ursprünglich herstammt. Den Namen Fahnenberg erhielt dieselbe inFolge eines Ereignisses bei der Belagerung von Freiburg durch die Franzosen1713. Der östreichische Feldmarschalllieutenant von Harsch, der in der Festungcommandirte, faßte nämlich nach vierwöchentlicher Dauer der Belagerung denEntschluß, sich mit der Besatzung in die beiden festen Schlösser auf dem anstoßen-den Schloßberge zurückzuziehen und die Stadt sich selbst zu überlassen. Die Aus-führung dieses Entschlusses brachte eine grenzenlose Verwirrung hervor. Die Lageder Stadt war verzweifelt; von Außen die Belagerer zum Sturm gegen die Brescheanrückend, im Innern die schutzlosen Einwohner in die Kirchen flüchtend, zurück-gebliebene östreichische Soldaten die Häuser aufbrechend und plündernd, französi-sche Gefangene, welche sich befreit und bewaffnet hatten, mit gräßlichem Geschreidie Straßen durchziehend. In dieser allgemeinen Verwirrung, wo Jeder nur ansich selbst dachte und die versammelten Behörden ohne Beschlußfassung auseinan-der gegangen waren, trat ein Mann auf, welcher mit rascher Entschlossenheit daseinzige Rettun^smittel ergriff: es war der Stadtschreiber, vr. Franz FerdinandMayer. Er nahm zwei andere Bürger zu sich, eilte auf die Bresche und steckteunter dem feindlichen Gewehrfeuer die weiße Fahne auf. Nunmehr zogen die fran-zösischen Truppen ohne Gewaltthat ein, die Behörden verstandigten sich mit demfeindlichen Befehlshaber, dem Marschall Villars, kauften durch eine Contributiondie Plünderung ab, und erhielten nach Verhältniß der Umstände erträgliche Bedin-gungen. Mit den Schlössern wurde ein Waffenstillstand eingegangen, auf welchenbald darauf die Eapitulation derselben folgte. Dankbar für die geleisteten Dienste,verlieh die Stadt ihrem Retter für sich und seine Nachkommen das Ehrenbürger-recht, der Kaiser aber erhob ihn in gleicher Anerkennung mit dem Namen Mayervon Fahnenberg in den Freiherrnstand. Von diesem Mayer von Fahnenbergstammt unser F., welcher ebenfalls Ehrenbürger der Stadt Freiburg ist; auch wares die Universität Freiburg, von welcher er 1830 das Doctordiplom erhielt. F.bildete sich auf den Universitäten Würzburg, Erlangen und Göttingen, und tratnach vollendeten Studien 1801 als Legationssecretair in östreichische Dienste, inwelcher Eigenschaft er bei den Gesandtschaften zu München und zu Karlsruhe thä-tig ward. Als nach dem Frieden von Presburg das östreichische Breisgau an Ba-den siel, trat F. in badische Dienste über, zuerst als Regierungsrath zu Freiburg,wurde darauf 1810 als Rath zu dem Ministerium des Innern nach Karlsruhe be-rufen, 1814 zum geheimen Referendar und 1819 zum Oberpostdirector ernannt.Einige Jahre darauf ward ihm auch die oberste Leitung der Schuldentilgungscasseübertragen, indem er 1823 zum provisorischen, 1826 aber zum wirklichen Direk-tor derselben ernannt wurde. Neben diesen Amtsgeschäften benutzte F. die Muße,welche er zu erübrigen vermochte, zu literarischen Beschäftigungen. So redigirte ervon 181013 zuerst allein, nachher in Verbindung mit Georgius (Georg Otto),dasMagazin für die Handlung und Handelsgesetzgebung Frankreichs und derBundesstaaten", welches mit dem veränderten Titel:Für Handlung, Handels-gesetzgebung und Finanzverwaltung", bis 1815 fortgesetzt wurde. Ferner erschienvon seiner Hand eine Übersetzung von Say'sKatechismus der Nationalwirth-schaft" (Karlsruhe 1816) mit beigegebenen Anmerkungen. Von F. sind auch dieohne Angabe des Verfassers und Druckorts in Karlsruhe erschienenen, als Bei-trag zur Charakteristik der neuern Zeitgeschichte bezeichnetenAktenstücke über die