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Zweiter Band (1833) F bis L
Entstehung
Seite
5
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Fahlcrantz 6

Oberbefehl über sammtliche Truppen zu übertragen, so nahm doch F. schon imJun. seine Entlassung aus griechischen Diensten und begab sich über Toulonnach Paris, wo er mehre Monate fast unbemerkt zubrachte. Erst im Novembersah er sich veranlaßt, der französischen Expedition zum zweiten Male nach Grie-chenland zu folgen. Doch beschrankte sich diesmal seine Wirksamkeit auf die Um-gestaltung der griechischen Milizen in ein regelmäßiges Armeecorps, welche ihnwährend des Decembers 1828 und der ersten Monate 1829 beschäftigte. Dasihm vom Marschall Maison angetragene Commando eines Regiments des inMorea zurückbleibenden Beobachtungscorps nahm er nicht an, und begab sich mitdem Marschall selbst im Jun. nach Frankreich zurück, wo er kurz darauf wieder alsOberst in die Cadres der französischen Armee aufgenommen wurde. An der Ju-liusrevolution nahm er thätigen Antheil und wurde bald an die Spitze des General-stabes gestellt. Er behielt diese Stelle jedoch nur einige Monate lang, denn da derGang der neuen Regierung mit seinen Erwartungen nicht übereinstimmte, nahmer seinen Abschied und lebt jetzt in der Zurückgezogenheit. (25)

Fahlcrantz (Karl Johann), schwedischer Landschaftsmaler, wurde am29. Nov. 1774 im Sprengel Stora Tuna in Dalarne (Thalland) geboren, wohin Vater Pfarcgehülfe, später Pfarrer und Propst war. Der glücklich begabteKnabe fühlte sich schon von frühester Jugend an machtig von der Kunst angezogen;sie erfüllte alle seine Gedanken und beschäftigte alle seine Freistunden, obwol eS ihmbisher noch durchaus an Gelegenheit gefehlt hatte, ein eigentliches Kunstwerk ken-nen zu lernen. Erst nachdem er sein achtzehntes Jahr erreicht hatte, wurde ihmdas Glück zu Theil, ein Gemälde von Ruysdael und einige Copien und Kupfer-stiche nach Claude Lorrain zu sehen. Diese Kunstwerke machten ihm Das anschau-lich, was er bisher von der Kunst nur geträumt hatte, und von jetzt an widmete ersich ausschließend der Landschaftmalerei, für die er die entschiedensten Anlagen be-saß. Auch die Meisterwerke eines Poussin und van Everdingen scheinen spaterauf seine Auffassungsweise der Naturschönheiten nicht unbedeutend eingewirkt zuhaben. Einen eigentlichen Lehrer hat F. nie gehabt; nur die Natur war es, die ermit unermüdeter Sorgfalt und Genauigkeit studirte, und zwar scheint vornehmlichdie heimische Natur, die ihn von Kindheit an umgeben und seine Phantasie mitBildern genährt, Richtung und Charakter seines Pinsels vorzugsweise bestimmtzuhaben. F. kennt keine andere Natur als die nordische und ist besonders einerVerschmelzung des nördlichen und südlichen Landschaftcharakters in der Kunst ab-hold. Zwar hatte er schon 1806 eine Reise nach Italien angetreten, erkrankte aberauf dem Wege, und kurz darauf verhinderte ihn der ausbrechende Krieg an der Aus-führung seines Planes. Obwol sich ihm auch später wieder günstige Gelegenheitendarboten, die Natur des Südens kennen zu lernen, so benutzte er dieselben dochnicht. Schweden aber, wie auch Dänemark und Norwegen, bereiste er in mehrenRichtungen und studirte die eigenthümlichen Naturcharaktere dieser Gegenden ge-nau. Schon zu Anfang dieses Jahrhunderts war F.'s Ruf als Landschaftma-ler so ausgebreitet, daß seine Arbeiten selbst ins Ausland gingen, und dieselbenwurden bald so gesucht, daß man gegenwärtig fast in allen Landern Europa's,und selbst in Amerika, bei Fürsten wie bei Privatleuten Bilder von F. findet.Die Zahl seiner Arbeiten ist außerordentlich groß. Bestimmte Perioden lassen sichin der Entwickelung seines Talents nicht bezeichnen; das Schöpfungsvermögen,der Fleiß in der Ausführung, sowie der Grundton sind, bei aller Mannichfaltigkeitund bei dem Reichthum der Erfindung, doch in seinen Arbeiten stets dieselben,und noch jetzt ist kein Ermatten und Nachlassen in seiner Manier wahrzunehmen.Die bedeutendsten Gemälde, welche F. bisher geliefert hat, sind im Besitz des Kö-nigs von Schweden und des Königs von Baiern. In den letzten Jahren hat ersich mit einer Reihe norwegischer Aussichten, auf Bestellung deS Königs von DK