203
IL. Die Wolle,»manllfactui.
Z. 39.
Die Wollcnmaiinfactur, die zweit-wichtigste Gattung derStuhlwaaren-Manufacturcu in England, kann, wiewohl derälteste Industriezweig jenes Landes, in ihrer dcrmaligcn Gestaltgewissermaßen als eine Tochter der Baumwollen-Manufacturangesehen werden. Die großen Erfindungen der letztem gingenbald auch auf die Verarbeitung der Wolle über und schufen einengroßen und cvnccutrirten Manufacturdclrieb mit Wasserkraft undDampfmaschinen, welcher sich unter ganz ähnlichen Umständenwie jene der Baumwollenmanufactur gestaltete und die gleicheFolge, große Preisminderung der Waare und vcrhältnißmäßigcAusdehnung der Fabrication hervorbrachte; wenn auch der letz-teren der Natur der Sache gemäß, da das Erzcugniß wederso allgemein und unter allen Himmelsstrichen anwendbar *), nochso wohlfeil, noch das Rohmaterial in so unbeschränkter Mengeund in so gleichförmiger Güte zu erhalten ist, engere Glänzengesetzt sind als der erstcren.
Die Wollcnmanusactur ist nicht nur der älteste Betriebs-zweig Englands**), sondern auch derjenige, welcher stets mit
') Die englische Wollenmanufactur hat vorzüglich durch die neuestenpolitischen Veränderungen in Portugal, welche der Aufrecht-haltung oder Erneuerung des früheren privilegirten englischenEinfuhrhandels (Methuen-Vertrag) nicht günstig sind, verlo-ren; indem jenes Land eine Hauptausfuhrguelle bildete und vonda aus große Quantitäten englischer Wvllenwaarcn ihren Wegnach Spanien fanden.
**) Die Verfertigung grober Wollenwaaren soll schon seit der rö-mischen Eroberung bestanden haben. (-Lnn.comin.I). Sie scheint inzwischen noch im iztcn Jahrhundertkeine einigermaßen beträchtliche Ausdehnung erreicht zu haben,da die „Kaufleute des Stapels" die älteste HandelsgesellschaftdeS Landes, die rohe Schafwolle unter ihre Hauptausfuhrarti-kel zählte und von einem Ausfuhrzoll ans dieselbe um jeneAeit (1267) nichts erwähnt wird, I.