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Vaterlandsliebe,
heuchlerischem Pharisäismus, spricht er von der Herrlichkeit undGröße Deutschlands und reiht sich unter dessen beste Kinder ein:auch er hat Patriotismus, freilich einen sehr merkwürdigen; der-selbe besteht darin, daß sich beim Anblick des deutschen Vaterlandessein Herz „zusammenzieht wie Leder in der Kälte" und daß er„nur ein enger Deutscher sein will". Sein Abgott ist NapoleonI,, und dies deshalb, weil er „die heiligen Kohorten der Re-volution gegen die Deutschen geführt", wennschon er schließlich„der Fürsten-Emente" unterliegen mußte und gleich dem „sterbendenLöwen" in der Fabel von dem „preußischen Esel den letzten Fuß-tritt" erhielt. Diese abnorme, widernatürliche Begeisterung fürden Unterdrücker des deutschen Namens läßt es begreiflich erscheinen,warum Heine nach der Schlacht bei Waterloo (s, Vorrede zu den„Geständnissen") schrieb, hier hätte „die schlechte Sache des ver-jährten Vorrechts, der servile Knechtssinn und die Lüge" gesiegt,Waterloo war Napoleon's halber Heine's „erste Leidensstation", „dasGolgatha von St. Helena". Heine's Enthusiasmus für den Feinddes Vaterlandes war so bedeutend, daß er in dem verbanntenNapoleon die ganze Menschheit mißhandelt hielt. Dieser Personen-knltns einerseits, sowie anderseits sein Haß wider alles, was deutschwar, verleideten ihm endlich den Aufenthalt bei den „Jesuiten desNordens", bei den Preußen, „die aussehen wie Liebe, Glaube undHoffen," wiewohl er durch das Recht der Eroberung selbst zu den-selben gehörte; es zog ihn mit Gewalt nach Paris, der „Stadtder Freiheit, der Begeisterung und des Martyriums, der Heilands-stadt, die für die weltliche Erlösung der Menschheit schon so vielgelitten". Paris erschien ihm aus der Ferne als „der gewaltigduftende Strauß am Busen Europas", als die Zentrale der zivili-sierten Welt, als „ein Pantheon der Lebenden". „Eine neueKunst, eine neue Religion, ein neues Leben wird hier geschaffen;"die „Schöpfer einer neuen Welt" tummeln sich hier, während „jederDeutsche ein Judas" ist.
In eben dem Verhältnisse als seine Liebe und maßlose Be-wunderung der Franzosen stieg, wuchs auch sein unnatürlicher Haßgegen alles Deutschtum. Während er sein Volk den „großenNarren" schilt, „dessen buntscheckige Jacke ans 36 Flicken besteht",an dessen Kappe statt der Schellen lauter zentnerschwere Kirchenglocken