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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
235
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Deutschland.

Dann steigen ihm Gedanken auf,

Die kaum sich ließen ahnden,

Dann ist er kapabel und dekretiert,

Auf dich, mein Kind, zu fahnden.

Geh nicht nach Norden, und hüte dich,Vor jenem König in Thüle,

Hüt' dich vor Gendarmen und Polizei,

Vor der ganzen historischen Schule.

Bleib bei mir in Hamburg, ich liebe dich,Wir »vollen trinken und essenDen Wein und die Austern der Gegenwart,Und die dunkle Zukunft vergessen.

Den Deckel darauf! damit uns nichtDer Mißduft die Freude vertrübctIch liebe dich, wie je ein WeibEinen deutschen Poeten geliebet!

Ich küsse dich, und ich fühle, wie michDein Genius begeistert;

Es hat ein wunderbarer RauschSich meiner Seele bemeistert.

Mir ist, als ob ich auf der Straß'Die Nachtwächter singen hörte

Es sind Hymenncn, Hochzeitmusik,

Mein süßer Lustgefährte!

Jetzt kommen die reitenden Diener auchMit üppig lodernden Fackeln,

Sic tanzen ehrbar den Fackeltanz,Sie springen und hüpfen und wackeln.

Es kommt der hoch- und wohlweise Senat,Es kommen die Oberalten!

Der Bürgermeister räuspert sichUnd will eine Rede halten.

In glänzender Uniform erscheintDas Korps der Diplomaten;

Sie gratulieren mit VorbehaltIm Namen der Rachbarstaaten.

Es kommt die geistliche Deputation,Rabbiner und Pastöre

Doch ach! da kommt der Hoffmann auchMit seiner Censorschere!