Deutschland,
„Die Zukunft Deutschlands erblickst du hier,Gleich wogenden Phantasmen,
Doch schaudre nicht, wenn aus dem WustAufsteigen die Miasmen!"
Sie sprach's und lachte sonderbar,
Ich aber ließ mich nicht schrecken,
Neugierig eilte ich, den KopfIn die furchtbare Rundung zu stecken.
Was ich gesehn, verrate ich nicht,
Ich habe zu schweigen versprochen,
Erlaubt ist mir zu sagen kaum,
O Gott! was ich gerochen! — — —
Ich denke mit Widerwillen nochAn jene schnöden, verfluchtenVorspielgerüche, das schien ein GemischVon altem Kohl und Juchten.
Entsetzlich waren die Düfte, o Gott!
Die sich nachher erhüben;
Es war, als fegte man den MistAus sechsunddreißig Gruben.
Ich weiß wohl, was Saint-Just gesagtWeiland im Wohlfahrtsausschuß:
Man heile die große Krankheit nichtMit Rosenöl und Moschus —
Doch dieser deutsche ZukunftsduftMocht' alles überragen,
Was meine Nase je geahnt —
Ich könnt' es nicht länger ertragen
Mir schwanden die Sinne, und als ich aufschlugDie Augen, saß ich an der SeiteDer Göttin noch immer, es lehnte mein HauptAn ihre Brust, die breite.
Es blitzte ihr Blick, es glühte ihr Mund,Es zuckten die Nüstern der Nase,
Bacchantisch umschlang sie den Dichter und sangMit schauerlich wilder Ekstase:
„Es ist ein König in Thüle, der hatEin'n Becher, es geht ihm nichts drüber,Und wenn er ans dem Becher trinkt,
Dann gehen die Augen ihm über.