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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
24
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Nene Gedichte.

Und das duckt sich nach scheinheilig,Oder bläht sich, stolz gespreizet.

Schöner Süden! wie verehr' ichDeinen Himmel, deine Götter,

Seit ich diesen MenschenkehrichWiederseh' und dieses Wetter!

Herschieöene.

(18321839.)

Seraph inc.

1.

Mandl' ich in dem Wald deS Abends,In dem träumerischen Wald,

Immer wandelt mir zur SeiteDeine zärtliche Gestalt.

Ist es nicht dein weißer Schleier?Nicht dein sanftes Angesicht?

Oder ist es nur der Mondschein,Der durch Tannendunkcl bricht?

Sind es meine eignen Thräncn,Die ich leise rinnen hör'?

Oder gehst dn, Liebste, wirklichWeinend neben mir einher?

2.

An dem stillen MeeresstrandeIst die Nacht heraufgezogen,

Und der Mond bricht nnS den Wolken,Und es flüstert aus den Wogen:

Jener Mensch dort, ist er närrisch,Oder ist er gar verliebet?

Denn er schaut so trüb und heiter,

Heiter und zugleich betrübet."

Doch der Mond, der lacht hernnicr,Und mit Heller Stimme spricht er:Jener ist verliebt nnd närrisch,Und noch obendrein ein Dichter."