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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
232
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Deutschland.

Die praktische äußere Freiheit wird einstDas Ideal vertilgen,

Das wir im Busen getragen es warSo rein wie der Traum der Lilien!

Auch nnsre schöne PoesieErlischt, sie ist schon ein wenigErloschen; mit andern Königen stirbtAuch Freiligraths Mohrenkönig.

Der Enkel wird essen und trinken genug,Doch nicht in beschaulicher Stille;

Es poltert heran ein Spcktakelstück,

Zu Ende geht die Idylle.

O, könntest du schweigen, ich würde dirDas Buch des Schicksals entsiegeln,

Ich ließe dir spätere Zeiten sehnIn meinen Zauberspiegeln.

WaS ich den sterblichen Menschen nieGezeigt, ich möcht' es dir zeigen:

Die Zukunft deines Vaterlands

Doch ach! du kannst nicht schweigen!"

Mein Gott, o Göttin! rief ich entzücktDas wäre mein größtes Vergnügen,

Laß mich daS künftige Deutschland sehnIch bin ein Mann und verschwiegen.

Ich will dir schwören jeden Eid,

Den du nur magst begehren,

Mein Schweigen zu verbürgen dir

Sag' an, wie soll ich schwören?

Doch jene erwiderte:Schwöre mirIn Vater Abrahams Weise,

Wie er Eliesern schwören ließ,

Als dieser sich gab auf die Reise.

Heb' ans das Gewand und lege die HandHier unten an meine Hüften,

Und schwöre mir VerschwiegenheitIn Reden und in Schriften!"

Ein feierlicher Moment! Ich warWie angeweht vom HaucheDer Vorzeit, als ich schwur den Eid,

Nach uraltem Erzväterbrauche.