Deutschland,
„Und die Verführung ist dort so groß,
Dort giebt es so viele Sylphiden,
Die ungesund, und gar zu leichtVerliert man den Seelenfrieden.
„Geh nicht zurück und bleib bei uns;
Hier herrschen noch Zucht und Sitte,
Und manches stille Vergnügen blühtAuch hier, in unserer Mitte.
„Bleib bei uns in Deutschland, es wird dir hierJetzt besser als ehmals munden;
Wir schreiten fort, du hast gewißDen Fortschritt selbst gefunden.
„Auch die Censur ist nicht mehr streng,Hvsfmann wird älter und milder,
Er streicht nicht mehr mit JugendzvrnDir deine Reisebilder.
„Du selbst bist älter und milder jetzt,
Wirst dich in manches schicken,
Und wirst sogar die VergangenheitIn besserem Lichte erblicken.
„Ja, daß eS uns früher so schrecklich gingIn Deutschland, ist Übertreibung;
Man konnte entrinnen der Knechtschaft, wie einstIn Rom durch Selbsteutleibung.
„Gedankenfreiheit genoß das Volk,
Sie war für die großen Massen,
Beschränkung traf nur die g'ringe ZahlDerjenigen, die drucken lassen.
„Gesetzlose Willkür herrschte nie,
Dein schlimmsten DemagogenWard niemals ohne UrteilsspruchDie Staatskokarde entzogen.
„So übel war es in Deutschland nie,
Trotz aller Zeitbedrängnis —
Glaub' mir, verhungert ist nie ein MenschIn einem deutschen Gefängnis.
„Es blühte in der VergangenheitSo manche schöne ErscheinungDes Glaubens und der Gemütlichkeit!
Jetzt herrscht nur Zweifel, Verneinung.