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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
Seite
219
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Deutschland.

Besonders gefiel mir ein großer Platz,Umgeben von stattlichen Häusern;

Dort wohnt der König, dort steht sein Palast,Er ist von schönem Äußern.

(Nämlich der Palast.) — Vor dem PortalZu jeder Seite ein Schildhans.

Rotrvcke mit Flinten halten dort Wacht,Sie sehen drohend und wild aus.

Mein Cicerone sprach: „Hier wohntDer Ernst Angustus, ein alter,

Hochtoryscher Lord, ein Edelmann,

Sehr rüstig für sein Alter.

„Idyllisch sicher haust er hier,

Denn besser als alle TrabantenBeschützet ihn der mangelnde MutVon unseren lieben Bekannten.

„Ich seh' ihn zuweilen, er klagt alsdannWie gar langweilig das Amt sei,Das Königsamt, wozu er jetztHier in Hannover verdammt sei.

„An grvßbritannisches Leben gewöhnt,Sei es ihm hier zu enge,

Ihn Plage der Spleen, ich fürchte schier,Daß er sich mal erhänge.

„Vorgestern fand ich ihn traurig gebücktAm Kamin, in der Morgenstunde;

Er kochte höchstselbst ein LavementFür seine kranken Hunde."

Knpitcl XX.

Von Harburg fuhr ich in einer Stund'Nach Hamburg. Es war schon Abend.Die Sterne am Himmel grüßten mich,Die Luft war lind und labend.

Und als ich zu meiner Frau Mutter kam,Erschrak sie fast vor Freude;

Sie rief: „Mein liebes Kind!" und schlugZusammen die Hände beide.