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3 (1900) Letzte Gedichte Romancero
Entstehung
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212
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Deutschland.

Er sprach mit schmunzelndem Gesicht,

Als ich ihn ansah Verwundertl„Ich zahle einen Dukaten per MannAls Sold nach jedem Jahrhundert."

Im Saale, wo die Pferde stehnIn langen, schweigenden Reihen,

Da rieb der Kaiser sich die Händ',

Schien sonderbar sich zu freuen.

Er zählte die Gäule, Stück vor Stück,lind klätschelte ihnen die Rippen;

Er zählte und zählte, mit ängstlicher HastBewegten sich seine Lippen.

„Das ist noch nicht die rechte Zahl,"

Sprach er zuletzt verdrossen —

„Soldaten und Waffen Hab' ich genug,

Doch fehlt eS noch an Rossen.

„Rvßkttmme Hab' ich ausgeschicktIn alle Welt, die kaufenFür mich die besten Pferde ein,

Hab' schon einen guten Haufen.

„Ich warte, bis die Zahl komplett,

Dann schlag' ich los und befreieMein Vaterland, mein deutsches Volk,

Das meiner harret mit Treue."

So sprach der Kaiser, ich aber rief:

Schlag los, du alter Geselle,

Schlag los, und hast du nicht Pferde genug,Nimm Esel an ihrer Stelle.

Der Rotbart erwiderte lächelnd: „Es hatMit dem Schlagen gar keine Eile,

Man baute nicht Rom in einem Tag,

Gut Ding will haben Weile.

„Wer heute nicht kommt, kommt morgen gewiß,Nur langsam wächst die Eiche,

Und olri vs, piuno, vu sano, so heißtDas Sprichwort im römischen Reiche."

Kapitel xvi.

Das Stoßen des Wagens weckte mich ans,Doch sanken die AugenliderBald wieder zu, und ich entschlieflind träumte voll Rotbart wieder.