Deutschland.
Ging wieder schwatzend mit ihm herumDurch alle die hallenden Säle;
Er frug mich dies, er frng mich das,Verlangte, daß ich erzähle.
Er hatte aus der OberweltSeit vielen, vielen Jahren,
Wvhl seit dem siebenjährigen Krieg,
Kein Sterbenswort erfahren.
Er frug nach Moses Mendelssohn,
Nach der Karschiu, mit JntrcsseFrng er nach der Gräfin Dubarry,Des fünfzehnten Ludwigs Maitresse.
O Kaiser, rief ich, wie bist du zurück!Der Moses ist längst gestorben,
Nebst seiner Rebekka, auch Abraham,Der Sohn, ist gestorben, verdorben.
Der Abraham hatte mit Lea erzeugtEin Bübchen, Felix heißt er,
Der brachte es weit im Christentum,Ist schon Kapellenmcister.
Die alte Karschiu ist gleichfalls tot,
Auch die Tochter ist tot, die Klencke;Helmine Chczy, die Enkelin,
Ist noch am Leben, ich denke.
Die Dubarry lebte lustig und flott,Solange Ludwig regierte,
Der Fünfzehnte nämlich, sie war schon alt,Als man sie guillotinierte.
Der König Ludwig der Fünfzehnte starbGanz ruhig in seinem Bette,Der Sechzehnte aber ward guillotiniertMit der Königin Antoinette.
Die Königin zeigte großen Mut,
Ganz wie es sich gebührte,
Die Dubarry aber weinte und schrie,Als man sie guillotinierte. — —
Der Kaiser blieb plötzlich stille stehn,Und sah mich an mit den stierenAugen und sprach: „Um Gottes willn,Was ist das, Guillotinieren?"